Manfreds Lesetipps
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Karl Olsberg: Das KALA-Experiment

Der Physiker Hans Ichting wird nur wenige Tage, nachdem die Videobloggerin Nina Bornholm ihn interviewt hat, tot aufgefunden. Nina zweifelt an der offiziellen Darstellung eines Selbstmords und beginnt zu recherchieren. Bald wird klar, dass Ichting in den USA an einem streng geheimen Projekt mitgearbeitet hat. Doch jemand will um jeden Preis verhindern, dass die Wahrheit über das KALA-Experiment ans Licht kommt. Während sich überall auf der Welt unerklärliche Ereignisse häufen, wird immer deutlicher, dass die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel steht. Doch wie kann man ein zukünftiges Ereignis verhindern, dessen verheerende Auswirkungen bereits jetzt spürbar sind?

So, das ist jetzt mal richtige Baggersee-Lektüre! Mal wieder sowas wie eine Zeitreisegeschichte, allerdings verzichtet Olsberg weitgehend auf wisschenschftliche Hintergründe. Die werden nur so weit erklärt wie unbedingt nötig, der Rest ist Action und im Grund ziemlich gängige Thrillerhandlung.

Aber das ist ja nun nicht unbedingt was schlechtes, so lange die Personen und ihre Handlungen halbwegs plausibel bleiben - und das ist hier weitgehend der Fall. Hier geht es eindeutig einfach nur um spannende Unerhaltung, und das ist gelungen. Ich habe das Buch praktisch an einem Tag verschlungen. Ich werde es sicher nicht noch einmal lesen. Aber ich wurde an einem drückend heissen Tag wunderbar unterhalten, und mehr muss es halt manchmal wirklich nicht sein!

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Michael Marrak: Der Kanon mechanischer Seelen

In einer fernen Zukunft wird die Erde nur noch von wenigen Menschen bevölkert. Sie führen in ihren jugendlichen Körpern ein Leben, das viele Jahrhunderte währt, und manche von ihnen besitzen eine Gabe: Einzig durch ihren Wunsch und eine flüchtige Berührung sind sie fähig, Materie zu beseelen. In dieser wundersamen, von einer bizarren Mechafauna dominierten Welt lebt Ninive, die auf der Suche nach uralten Relikten das Hochland durchstreift, um längst vergessenen Dingen Leben einzuhauchen und sich ihre Geschichten anzuhören.

Das alles beherrschende Bauwerk ist eine vier Kilometer hohe Mauer, von der niemand weiß, wozu sie einst errichtet wurde und wovor sie die Menschen und Maschinen seit Jahrtausenden schützt - bis ein Gesandter aus der letzten Stadt im Hochland auftaucht, der den Auftrag hat, die Bannmauer zu bezwingen. Und er ist der nicht der Einzige, der die verlorene Passage in die Welt dahinter sucht -

Wahnsinn! Das war nun endlich mal wieder ein Buch, wie man nur alle Jubeljahre eines findet und von dem man sich wünscht, es würde endlos weitergehen....

Die zugrunde liegende Geschichte ist ja nicht wirklich neu, viele Autoren haben solche Welten schon beschrieben. Nicht umsonst wird Marraks Roman mit Klassikern wie Stanislaw Lems "Kyberiade" oder Michael Moorcocks "Am Ende der Zeit" verglichen, zu denen ich noch Iain Banks hinzufügen möchte: er ist mir persönlich als erster eingefallen.

Schon die Auswahl der literarischen Vergleiche zeigt, dass es sich hier nicht um leichte, lockere Strandlektüre handelt. Die Geschichte erfordert einige Ausdauer, vor allem, weil Marrak erstmal überhaupt nicht erklärt sondern den Leser direkt in eine sonderbare, fremdartige Welt wirft, die sich erst langsam auf den ersten 300-400 Seiten erschliesst. Erst da, nach ungefähr der Hälfte des Romans, habe sich die Hauptpersonen zusammengefunden und die Geschichte nimmt ernsthaft Fahrt auf. Das aber richtig: die zweite Hälfte ist so atemlos spannend, dass ich sie praktisch in einem Rutsch verschlungen habe.

Was das Buch nun wirklich zu etwas besonderem macht ist der Humor, die immer und überall aufblitz. Es nimmt sich in keiner Weise ernst sondern hält immer eine ironische Distanz zum Geschehen und beschreibt sowohl die handelnden Personen als auch die Welt als solche in wunderbar launigen Sätzen. Ein kleiner Abschnitt soll als Beispiel dienen. Er beschreibt eine alte Treppe in eine Höhle, in die es unsere Helden verschlagen hat:

An den hellen, in günstigen Momenten womöglich sogar sonnigen Stellen sprossen Farne und Kletterranken, während dort, wohin sich so gut wie nie ein Lichtstrahl verirrte, Habakuk und Brechschrat die Tage verschliefen. Wo jedoch feuchter Halbschatten herrschte, stritten sich Schwämme, Fettmorcheln und Gorgonenpilze dicht gedrängt um die besten Plätze und wetteiferten untereinander mit der abscheulichsten Entfaltung, der schmierigsten Osmose und der vulgärsten Befruchtung. Irgendwann fielen sie schließlich übereinander her und praktizierten orgiastischen Rudelkannibalismus, in dessen Überresten neue Generationen streitbarer Gewächse gediehen.

Solch einen Tonfall liebe ich, und zum Glück durchzieht er das ganze Buch. Auch die Tatsache, das der leibhaftige Tod, komplett mit Sense und Stundenglas, wenn auch inzwischen praktisch arbeitslos, eine zentrale Rolle spielt, hilft dabei ungemein. Zeigt der Tod doch durchaus auch ziemlich verschrobene Seiten, wird er doch nie zu einer Witzfigur gemacht sondern bleibt eine wichtige, mächtige und undurchschaubare Figur im Roman.

Und ein letztes Schmankerl: der Roman kostet als gebundenes Buch 24,99 Euro, als eBook jedoch nur 6,99 Euro. Das finde ich anständig vom Verlag, denn ein eBook braucht nun mal weder Herstellung noch Lagerung noch Transport und es ist schön, dass diese gesparten Kosten sich im Verkaufspreis niederschlagen.



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Colin Cotterill: Dr. Siri und die Tränen der Madame Daeng

Dr. Siri Paiboun, der rüstige Pathologe, der eigentlich seinen wohlverdienten Ruhestand genießen möchte, erhält ein anonymes Paket. Darin findet sich ein handgewebter pha sin, ein farbenfroher Rock, der vor allem im Norden Laos getragen wird. Ein wunderschönes Geschenk - wäre da nicht ein abgetrennter Finger in den Saum des Kleidungsstücks genäht. Siri ist sicher, dass ihm jemand eine Nachricht übermitteln wollte, und er wird nicht ruhen, bis er herausgefunden hat wer. Also organisiert er eine Reise in den Norden. Doch an der laotischen Grenze droht ein blutiger Konflikt auszubrechen - und Siri und seine Entourage halten geradewegs darauf zu ... Die Serie ist ja altbekannt und ich empfehle sie ja schon seit der ersten Folge sehr intensiv.

Interessant ist die Entwicklung, die die Geschichten um Dr. Siri im Laufe der vielen Fortsetzungen genommen hat: Cotterill verarbeitet die Zeitgeschichte und die historischen Entwicklungen in der Region, und es ist spannend, diese Dinge mal aus der Sicht der betroffenen, der kleinen Leute, erzählt zu bekommen. Manches hat man ja zumindest als älteres Semester, noch halbwegs im Gedächtnis, aber das mal aus einer anderen Perspektive als die der Tagesschau zu lesen, hat seinen besonderen Reiz.

Und trotz allem bleibt der Humor nicht auf der Strecke, die Schlitzohrigkeit des guten Doktors bleibt unübertroffen. Trotzdem wird dieser Humor immer mehr zu Galgenhumor, je mehr Zeit in den Geschichten vergeht. Sie fangen ja zu dem Zeitpunkt an, zu dem Laos als kommunistischer Staat neu gegründet wird, und im Laufe der Fortsetzungen wird das knirschen im Getriebe des Staatsapparates immer lauter, im Nachbarland Kambodscha kommt ein Terror-Regime an die Macht, das mehr als zwei Millionen Menschen abschlachtet, und nun, im aktuellen Band, greift Vietnam dort ein, was wiederum China dazu veranlasst, in Vietnam einzumarschieren. Diese Ereignisse bilden den Hintergrund zum aktuellen Buch, in dem aber natürlich wie immer ein äußerst rätselhafter Kriminalfall zu lösen ist.

Es bleibt also dabei: die ganze Serie ist ein unbedingter Lesetipp!



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Douglas E. Richards: Split Second - Zurück in der Zeit

Dem brillanten Physiker Nate Wexler ist eine wissenschaftliche Sensation gelungen: Er hat einen Weg gefunden, in der Zeit zurückzureisen. Zwar nur für den Bruchteil einer Sekunde, dennoch sind die Konsequenzen, die diese neuartige Technologie mit sich bringt, gewaltig. Gerade will Nate mit seiner Verlobten Jenna auf seinen Erfolg anstoßen, als die beiden in ihrem Haus von Vermummten überfallen werden. Nate wird getötet, Jenna kann in letzter Sekunde entkommen - mit Nates Aufzeichnungen. Aufzeichnungen, die die Naturgesetze revolutionieren könnten ...

Ein Zeitreiseroman also - das hört sich ja erstmal nicht besonders originell an. Aber Achtung, Richards geht das anders an, als man erwartet hätte: er führt eine Grenze ein - mehr als eine halbe Sekunde ist prinzipiell nicht möglich, so ähnlich, wie keine Geschwindigkeiten schneller als das Licht möglich sind.

Damit schafft er schon mal eine völlig andere Grundlage für seinen Plot als in diesem Genre eigentlich üblich. Dazu packt er dann noch jede Menge ziemlich komplexe Wissenschaft und Theorie, die auch für mich als jemanden, der sich mit diesem Themenkreis nicht zum ersten mal beschäftigt, teilweise ganz schön hartes Brot darstellt. Aufgewogen wird das dann allerdings durch gnadenlose, schnelle Action.

Womit ich bei der Zielgruppe wäre: trotz des Themas handelt es sich nicht wirklich um einen SF-Roman. Ich würde ihn eher Lesern von z.B Preston/Child empfehlen. Da werden ja ebenfalls gerne fast reale Wissenschftliche Entdeckungen als Grundlage der Story hergenommen.

Jedenfalls stellt das Buch endlich mal wieder ein Highlight dar, ein Roman, den man am liebsten auf einen Happs verschlingen würde, der genügend überraschende Wendungen in der Handlung bereit hält und ein Personal, das nicht ständig die allerdümmsten Entscheidungen fällt oder in offensichtliche Fallen läuft. Lesetipp!



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Frank Schätzing: Die Tyrannei des Schmetterlings

Kalifornien, Sierra Nevada. Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra in Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und steter Personalknappheit zu kämpfen. Doch der Einsatz an diesem Morgen ändert alles. Eine Frau ist unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht gestürzt. Unfall? Mord? Die Ermittlungen führen Luther zu einer Forschungsanlage, einsam gelegen im Hochgebirge und betrieben von der mächtigen Nordvisk Inc., einem Hightech-Konzern des zweihundert Meilen entfernten Silicon Valley. Zusammen mit Deputy Sheriff Ruth Underwood gerät Luther bei den Ermittlungen in den Sog aberwitziger Ereignisse und beginnt schon bald an seinem Verstand zu zweifeln. Die Zeit selbst gerät aus den Fugen. Das Geheimnis im Berg führt ihn an die Grenzen des Vorstellbaren - und darüber hinaus.

Schätzing ist nun endgültig unter die SF-Thriller-Autoren gegangen. Und er macht das gut - ohne Zweifel ist Die Tyrannei des Schmetterlings das geradlinigstes Buch von allen, die ich von ihm kenne. War der Schwarm noch vollgepackt mit verschiedenen Handlungssträngen, hatte er diese bei Limit schon auf zwei wesentliche reduziert. Auch die geballte Ladung Hintergrundwissen hatte hier schon merklich abgenommen, und nun erzählt er eine geradlinige Handlung, im Wesentlichen rund um die Hauptperson Luther Opoku.

Auch mit dem wissenschaftlichen und politischen Hintergrund hält er sich sehr zurück, sicherlich, weil es einen solchen zumindest was die wissenschaftlichen Aspekte angeht, einfach nicht in gesicherter Form gibt und alles auf nicht nur sehr spekulativen, sondern auch äußerts schwer verdaulichen Theorien fusst. Das tut der Geschichte keinen Abbruch, sie ist spannend un mit genug überraschenden Wendungen versehen, um ein atemloses Lesevergnügen zu garantieren. Schätzing begibt sich sicher nicht auf eine Stufe mit dem, was ich "Krach-Bumm-Thriller" nenne (und gelegentlich auch gerne lese), nein, er erzählt durchaus auf seine sorgfältige, durchdachte Art, die manche ungerechter Weise "langatmig" nennen.

Das wesentliche Thema ist in diesem Roman natürlich "Künstliche Intelligenz" und was damit alles schief gehen kann. Ich stelle mir durchaus die Frage, ob der Dreh mit den Paralleluniversen wirklich nötig gewesen wäre, denn das ist nun wirklich extrem starker Tobak und auch für jemanden wie mich, der sich für sowas nicht nur interessiert, sondern auch schon ziemlich viel darüber gelesen hat, schwer zu fassen. Was ja bei Quantenphysik kein Wunder ist, die versteht sowieso eigentlich niemand, aber mit den Paralleluniversen legt er halt noch eine Schippe drauf auf das Unvorstellbare, Unbegreifliche.

Ich habe in den letzten paar Jahre mehrere Bücher zum Thema "Erwachen des Bewusstseins in einem Computer" gelesen, das ist ja ein Thema, das irgendwie, irgendwo auf uns zukommen könnte und es hätte mich sehr interessiert, wie jemand wie Frank Schätzing das angehen würde. Leider hat er m. E. dieses Thema auf eine gewisse Art zu Gunsten der Action verschenkt. Es muss bei künstlicher Intelligenz ja nicht immer gleich der Computer sein, der erwacht und dann gleich die Menschheit vernichten will. Themen wie Computersysteme, die im Krankenhaus entscheiden, ob man diesen speziellen Patienten nun noch therapieren sollte oder ob sowieso schon alles zu spät ist un man sich die Kosten sparen kann, sind unserer Realität sehr viel näher bzw. womöglich schon im Einsatz. Und keiner versteht, wie die Maschine zu ihrer Entscheidung kommt, weil sich die Programme praktisch selber modifizieren und nach einer Weile kein Mensch sie mehr verstehen und beeinflussen kann. Dieses Problem thematisiert er ja in seinem Roman, hält es aber am Ende doch fern von unserer Wirklichkeit da draussen.

Gerade Schätzing mit seine tiefschürfenden, differenzierten Art zu erzählen und Fakten einfließen zu lassen, hätte hier großes vollbringen können. Aber wer bin ich, einem solchen Autor Vorschläge zu machen? Der vorliegende Roman ist spannend, überraschend und sehr unterhaltsam, also, was will ich mehr?



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Tom Hillenbrand: Hologrammatica

Ende des 21. Jahrhunderts arbeitet der Londoner Galahad Singh als Quästor. Sein Job ist es, verschwundene Personen wiederzufinden. Davon gibt es viele, denn der Klimawandel hat eine Völkerwanderung ausgelöst, neuartige Techniken wie Holonet und Mind Uploading ermöglichen es, die eigene Identität zu wechseln wie ein paar Schuhe. Singh wird beauftragt, die Computerexpertin Juliette Perotte aufzuspüren, die Verschlüsselungen für sogenannte Cogits entwickelte - digitale Gehirne, mithilfe derer man sich in andere Körper hochladen kann. Bald stellt sich heraus, dass Perotte Kontakt zu einem brillanten Programmierer hatte. Gemeinsam waren sie einem großen Geheimnis auf der Spur. Der Programmierer scheint Perotte gekidnappt zu haben. Je tiefer Singh in die Geschichte eintaucht, umso mehr zweifelt er daran, dass sein Gegenspieler ein Mensch ist ...
Tom Hillenbrand, dessen Sachbücher und Romane sich bereits hunderttausende Male verkauft haben, in mehrere Sprachen übersetzt sind und auf der SPIEGEL-Bestseller- sowie der Zeit-Bestenliste standen, setzt mit seinem Science Fiction-Thriller »Hologrammatica« neue Maßstäbe und zieht den Leser mit spektakulärem Sog in die Zukunft.

Tom Hillenbrand habe ich ja bereits für seinen schwarzen Krimi Drohnenland hoch gelobt, und sein neuer Roman ist wieder eine uneingeschränkte Empfehlung. Nebenbei bemerkt ist es eine Wohltat, dass er nicht einfach den Ermittler aus Drohnenland wieder verwendet, sondern sich tatsächlich ein komplett neues Buch ausgedacht hat, das zudem in noch fernerer Zukunft spielt.

Schön ist auch, dass es wieder keine Dystopie ist - die Welt hat zwar ihre Probleme und Katastrophen, aber man kann auch ganz gemütlich leben und seinen Spaß haben. Und es ist wieder ein schwarzer Krimi in der Tradition von Chandler e.a., garniert mit zugegeben sehr viel Technik und Computern, aber eben doch vor allem ein Krimi.

Auch wenn ich mit manchen seiner Annahmen über die Welt der Zukunft nicht einverstanden bin und manches an der Technik doch arg grob vereinfacht wirkt, ist das Buch doch vor allem eines: atemlos spannend, überraschend und insgesamt schlüssig. Hat mir wirklich gut gefallen!



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Bernhard Kegel: Abgrund

So hatte sich Anne Detlefsen den ersten gemeinsamen Urlaub nicht vorgestellt: Statt mit ihr die Sonne von Santa Cruz zu genießen, hat Hermann Pauli sich auf die Suche nach einem seltsamen Hai begeben, der selbst den Experten der örtlichen Charles-Darwin-Forschungsstation Rätsel aufgibt. Ist es möglich, dass die Lebensgemeinschaften im Meer sich rasant verändern? Und auch Anne bekommt plötzlich zu tun. Als vor der Insel Nacht für Nacht Schiffe in Flammen aufgehen, juckt es die Leiterin der Kieler Mordkommission in den Fingern, der Sache auf den Grund zu gehen. Kommt der Brandstifter aus den Reihen der Fischer, die zur Durchsetzung ihrer Interessen bekanntlich auch vor Gewalt nicht zurückschrecken? Die Verhältnisse sind kompliziert - im Wasser wie an Land.

Fesselnd und zugleich sachlich fundiert gewährt Bernhard Kegel in seinem neuesten Wissenschaftsroman Einblicke in Faszination und Abgründe der biologischen Forschung - diesmal vor der zauberhaften und legendenumrankten Kulisse des Galapagos-Archipels.

Der dritte Roman von Bernhard Kegel um Hermann Pauli, den er im "Der Rote" eingeführt hat. Und wie üblich geht es in diesem Roman auch und gerade um den Wissenschaftsbetrieb als solchen, mit all den Intrigen, Eifersüchteleien und dem ewigen Geldmangel. Und natürlich kommt auch die solide Wissenschaft nicht zu kurz, als Biologe schafft Kegel immer wieder, neuste Erkenntnisse spannend in seine Geschichten einfließen zu lassen. Die Krimihandlung unterscheidet sich demgegenüber drastisch von dem in diesem Genre üblichen Schema: keine Geheimdienste, keine bösen Mächte oder gewissenlose Konzerne, keine Verfolgungsjagden.

Das tut der Sache allerdings keinen Abbruch, im Gegenteil, es ist entspannend, wenn man es einfach mal mit "ganz normalen" Kriminellen zu tun hat, mit Menschen, denen eine Sache halt ein wenig aus den Händen geglitten ist und die somit in Situationen geschlittert sind, die sie selber lange Zeit für undenkbar gehalten hatten.

Das ist auf jeden Fall spannend und sehr vie realitätsnäher als üblich, und auch die wissensvermittlung kommt nicht unbedingt mit erhobenem Zeigefinger und plakativ daher, sondern eher subtil und unaufdringlich. Die wichtigste Erkenntnis in Kegels Romanen liefert immer wieder der Einblick in die akademische Welt: wie geht es tatsächlich zu in der Foschung, an den Unis etc.? Hier rückt er einige der Klischees aus den üblichen Abenteuerromanen des Genres zurecht.

Gute und lehrreiche Unterhaltung! Ich nutze übrigend die Gelegenheit, die Besprechung des Vorgängers "Ein tiefer Fall" aus den Tiefen des Archivs zu befreien und gleich hier anzuhängen.



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Bernhard Kegel: Ein tiefer Fall

Ein atemlos spannender Wissenschaftsthriller

Bernhard Kegel war schon immer für spannende, fundierte Bücher gut, in denen er mit seinem Wissen als promovierter Biologe glänzt. Ob er nun Sachbücher oder Romane schreibt - beste Unterhaltung ist garantiert!

So auch bei seinem neusten Roman: zwei Forscher kommen im Labor des "Superstars" Frank Moebus an der Universität Kiel ums Leben. Der war auf einen Schlag weltberühmt geworden, als er 2 Jahre vorher in der Tiefsee die nach ihm benannten "Moebus-Zellen" entdeckte. Nun hat er einen Lehrstuhl in Kiel und forscht weiter an seinen berühmten Zellen.

Der Biologieprofessor Hermann Pauli, der schon im Kegels letztem Roman "Der Rote" die Hauptrolle spielte, entdeckt die Toten und wird so unmittelbar in die Ereignisse hineingezogen.

Nach und nach stellt sich heraus, daß in dem Labor so manches im argen liegt, das Personal ist unzufrieden, die weltweite wissenschaftliche Gemeinde ebenfalls. Und natürlich kommt auch die Polizei ziemlich unter Druck, immerhin lagen die Toten im Labor des weltweit gefeierten Stars....

Kegel schafft es sehr schön, seine Finger in so mache Wunde der akademischen und universitären Welt zu legen. Der Roman ist beileibe nicht einfach nur ein Krimi, der zufällig an einer Uni spielt, sondern macht so nebenbei auf Fehlentwicklungen, mangelnde Kontrollinstanzen und den teilweise unmenschlichen Druck aufmerksam, der im Bereich der Forschung herrscht.

Sehr empfehlenswert!



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Uwe Laub: Sturm

Weltweit häufen sich scheinbar unerklärliche Wetterphänomene. Australien: Extreme Wasserverdampfung bringt Ökosysteme zum Einsturz. Sibirien: Nach einem signifikanten Temperaturanstieg taut der Permafrostboden. Gebäude sacken zusammen, Straßen und Städte werden zerstört. Deutschland: Das Olympiastadion in Berlin wird von einem Tornado verwüstet, in weiten Teilen Hannovers wüten Hagelstürme. Zahllose Tote und Verletzte werden geborgen, die Nation ist im Schockzustand. Es beginnt der Kampf gegen einen Feind, der uns alle umgibt ...

Solide Unterhaltung für Fans von Andreas Eschbach, Frank Schätzing oder Marc Elsberg. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Das Buch ist jedenfalls gnadenlos spannend, das Personal halbwegs glaubwürdig und vor allem kommt Laub ohne großartige Mord-Exzesse aus. Das ist doch schon mal was!

Zu alle dem kommt dann noch das Thema, das zumindest ich (und bestimmt auch viele andere), so bisher nicht auf dem Schirm hatten: Wettermanipulation. Klar hatte ich schon von den Hagelfliegern gehört und dem, was in China so alles abläuft, und auch HAARP war mir nicht ganz neu. Aber welche Ausmaße das alles inzwischen tatsächlich angenommen hat wusste ich nicht.

Natürlich - wir reden hier von einem Spannungsroman. Aber ebenso wie z.B. der schon erwähnte Andreas Eschbach seine Romane gerne auf einer soliden Basis aus Fakten aufbaut, macht es auch Uwe Laub und bringt einem damit ein durchaus wichtiges Thema ins Blickfeld, von dem man ansonsten erstaunlich wenig hört und liest.

Dazu ist es noch ein ordentlich dickes Buch, und wie gesagt, spannend. Und das Personal verhält sich glaubwürding, auch wenn es, wie so oft bei solchen Thrillern, erstaunlich ist, wie schnell und problemlos die Protagonisten zusammen finden. Alles in allem nicht so komplex wie bei Frank Schätzing, aber gut genug für eine Empfehlung!



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Claire North: Die vielen Leben des Harry August

Harry August stirbt. Mal wieder. Es ist das elfte Mal, dass Harrys Leben ein Ende findet. Und er weiß genau, wie es weitergehen wird: Er wird erneut im Jahr 1919 geboren werden - mit all dem Wissen seiner vorherigen Leben. Harry hat akzeptiert, dass er in dieser Zeitschleife festhängt, auch wenn er nicht weiß, wieso. Doch dann steht plötzlich ein junges Mädchen an seinem Sterbebett und überbringt ihm eine erschütternde Botschaft: Der Untergang der Welt steht bevor! Und das auslösende Ereignis findet vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt.

Was für ein Buch! Auch wenn sich der Klappentext nach SF oder Fantasy anhört, es handelt sich doch eindeutig um Literatur, ein Buch, das man im Lauf der Jahre mehrmals lesen kann und sollte und das einen ordentlichen Tiefgang hat - und dabei trotzdem ungeheuer unterhaltsam und spannend ist.

Natürlich ist es mit Zeitreisen (und darum handelt es sich bei dem, was Harry da widerfährt, in gewisser Weise) immer schwierig mit der Logik. Bei dieser Geschichte geht es aber sowieso viel mehr um die innere Entwicklung des Harry August, darum, wie sich der Umgang mit den Menschen seiner Jugend verändert, um die Selbsterkenntnis, die er im Lauf vieler Leben entwickelt. Dass das auch noch in eine spannende Rahmenhandlung verpackt ist stellt einfach einen zusätzlichen Bonus dar, und dass die Fragen nach der Logik und Konsequenz der ständigen Wiedergeburten in der selben Zeit, am selben Ort nicht wirklich beantwortet werden, spielt keine Rolle.

Der Stil und die Erzählweise von Claire North haben mich extrem an Nicholas Christopher erinnert, der ja auch gerne komplette Lebensgeschichten in seine Romane packt und in einem ähnlich entspannten, lockeren Tonfall erzählt. Auch dieses Buch profitiert von diesem Tonfall, denn bei allem Ernst des Themas wird es eigentlich nie pathetisch. Zudem ziehen einen die kurzen Kapitel wie ein Sog durch den Roman, man muss immer noch eines lesen und dann noch eines, sind ja nur ein paar Seiten...

Nicht zuletzt verführt die Geschichte auch dazu, sich in die Rolle von Harry hineinzudenken und sich vorzustellen, wie das wohl wäre: das eigene Leben wieder und wieder durchschreiten zu können, Dinge zu tun, die man versäumt hat, anderes bleiben zu lassen, immer neues auszuprobieren...

Am Anfang sind diese Vorstellungen verlockend, doch wenn man Harry und den Roman besser kennen lernt merkt man doch schnell, das das alles eher ein Fluch als ein Segen ist und man ist recht froh, dass man dieses Schicksal nicht teilen muss.

Übrigens war es eine Wohltat, endlich mal wieder einen Roman zu lesen, der wirklich nur ein Roman ist, schön dick und ohne Fortsetzung! Einfach nur ein Buch, und wenn es ausgelesen ist, ist es vorbei und gut. Dieser ganzen Serien entwickeln sich so langsam zu einer echten Pest!

Also nochmal das Fazit: Super Buch, spannend, tiefschürfend und sehr unterhaltsam. Wenn es hier noch die Rubrik "All Time Greatest" geben würde, das wäre ganz sicher dort vertreten!



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Michael J. Sullivan: Rebellion - The First Empire I

"Rebellion" ist der furiose Auftakt zur neuen großen High-Fantasy-Saga des amerikanischen Bestseller-Autors Michael J. Sullivan. Seit Anbeginn der Zeit leben die Menschen im Schatten ihrer Götter, der Fhrey: Während diese in kunstvoll angelegten Städten wohnen, über Magie verfügen und niemals altern, hausen die Menschen in armseligen Dörfern, geplagt von Hunger und Krankheiten.

Als der junge Raithe von einem Fhrey angegriffen wird, tut er das Undenkbare: Er wehrt sich. Niemand könnte überraschter sein als Raithe, als der unsterbliche Gott plötzlich tot zu seinen Füßen liegt. Von da ab eilt sein Ruf ihm voraus - und ehe er es sich versieht, wird Raithe zum Anführer eines Aufstands, der die Welt für immer verändern soll.

Eigentlich war das ja zu erwarten - wer bereits Sullivans Romane um die Riyria gelesen hat, wird sich hier schnell zuhause fühlen, ist doch offensichtlich die weit zurück liegende Welt aus dieser Serie das Thema. Dort waren ja ständig Verweise auf eine uralte, untergegangene Hochkultur zu finden, die seltsame Bauwerke hinterlassen hat und sich offenbar auch mit Magie ziemlich gut auskannte.

Nun wird hier wohl die Geschichte des Untergangs dieses Volks erzählt, der mit dem Aufstieg der Menschen einher geht. Viele Namen kennt man schon aus der ersten Serie, nur dass es sich hier natürlich nicht um die mythologischen Gestalten handelt, sondern um die echten Personen. Auch einige der rätselhaften Bauwerke kommen hier wieder vor und man erfährt hoffentlich im Laufe der Geschichte noch mehr darüber.

Insgesamt also eine runde Sache, Sullivan erweist sich einmal mehr als hervorragender Geschichtenerzähler. Vor allem gefällt mir, dass er auch hier nicht übermäßig pathetisch wird und die Geschichte zügig voran bringt.

Ein einwandfreier Lesetipp!



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Matilde Asensi: Die Jesus-Verschwörung

Wer die Wahrheit sucht, läuft Gefahr, sie zu finden!

Nach Überzeugung des Vatikans kann und darf es sie nicht geben: die sterblichen Überreste Jesu Christi. Doch genau danach sucht die Paläographin Ottavia Salina gemeinsam mit ihrem Mann Farag Boswell und ihrem alten Freund Kaspar Glauser-Röist. Die Spur führt das Trio von der Mongolei über Istanbul bis nach Israel. In den Katakomben des Berges Meron erwarten sie neun mörderische Prüfungen, alle mit Bezug auf die Seligpreisungen der Bergpredigt. Wird es Ottavia und ihren Mitstreitern gelingen, bis ins Innerste des Berges vorzudringen? Und was werden sie dort finden? Ein packender Thriller um das größte Mysterium des Christentums

Die lang ersehnte Fortsetzung des internationalen Bestsellers "Wächter des Kreuzes"

Ich bin begeistert! Fortsetzungen sind ja oft eine zweischneidige Sache, aber vielleicht gerade weil ich den Vorgänger schon von deutlich mehr als 10 Jahren gelesen habe, hat mich das Buch gleich von Anfang an gepackt und in seinen Bann gezogen.

Es war endlich mal wieder ein Gefühl, wie wenn man nach einem langen Tag in die bequemen Schuhe schlüpft - von der ersten Seite an hat einfach alles gepasst. Die Ich-Erzählerin Ottavia Salina schlägt einen wunderbar leichten, selbstironischen Ton an, und auch, wenn sie im Lauf der Geschichte mit ihrer Zickigkeit doch ein wenig nervt, ist das alles doch großes Kino! Die Gewissenskonflikte, die sie heimsuchen sind glaubwürdig und nachvollziehbar, ihr italienisches Temperament ebenfalls, vielleicht gerade auch wegen seiner gelegentlichen Nervigkeit.

Die Story kommt einem ja mal wieder sehr bekannt vor: ein Geheimnis, das die Grundfesten der Katholischen Kirche berdroht, der Geheimdienst des Vatikan, undurchsichtige Milliardäre, schlaue, unerschrockene Helden, wilde Abenteuer in Höhlen und Katakomben - alles altbekannt. Und doch schafft es Matilde Asensi, das alles so frisch, selbstironisch und doch mit genug Tiefgang zu erzählen, dass es einfach nur Spass macht. Nebenbei wird natürlich auch viel historisches Wissen dazu gepackt, so dass eine runde Sache entsteht.

Insgesamt das beste Buch dieses Genres, das ich seit langer Zeit gelesen habe, obwohl auch hier der Schluss ein wenig lieblos und plötzlich erscheint und ein uneigeschränkter Lesetipp, wobei natürlich der erste Band Wächter des Kreuzes unbedingt vorher bekannt sein muß.

Noch ein Wort zu den Dan-Brown-Parallelen, die ich unten bei Wächter des Kreuzes anspreche: ich war von Anfang an ein sehr großer Fan von Brown, Illuminati hat mich wie kaum ein anders Buch sofort begeistert. Dann kam Sacrileg , und da wurde ich schon sehr vorsichtig. Erstens hatte ich Der Heilige Gral und seine Erben von Henry Lincoln und Michael Baigent schon lange vorher gelesen und damit war die Spannung schon mal komplett weg, und vielleicht desshalb hat sich schnell das Gefühl eingeschlichen, dass ich hier einfach Illuminati mit ein paar geänderten Fakten/Theorien nochmals vorgesetzt bekomme. Und dieses Gefühl hat sich dann mit jedem weiteren Roman verstärkt: eigentlich immer die gleiche Geschichte mit geänderten Schauplätzen und einem anderen Geheimnis.

Das alles könnte man Matilde Asensi nun ebenfalls vorwerfen, die beiden Bücher um Ottavia Salina sind sich schon recht ähnlich in ihrem Aufbau. Nur findest sie einfach einen frischeren, ironischeren Tonfall, ihre Figuren sind etwas komplexer und haben mehr Tiefgang. Das macht die Handlung, die am Ende genau so an den Haaren herbeigezogen und genau so mit historischen Erkenntnissen gespickt ist wie bei Dan Brown, irgendwie origineller. Ich hoffe mal dass sie drauf verzichtet, noch ein drittes Buch mit diesem Personal und Strickmuster zu schreiben. Zwei mal in 15 Jahren lasse ich ihr das durchgehen, zumal es auch beim zweiten noch gut gelungen ist.

Und weil ich gerade dabei bin zum Schluß noch ein Lesetipp für Fans von Vatikan-Thrillern: der ungeschlagene König dieses Genres ist immer noch Assassini von Thomas Gifford, leider schon lange vergriffen, aber antiquarisch bestimmt noch zu haben.



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Matilde Asensi: Wächter des Kreuzes

Neuauflage. Die Besprechung stammt aus dem Jahr 2012. Wenn ich es nochmal gelesen habe, folgt womöglich eine aktualisierte Fassung.

Seltsame Tätowierungen zieren die Leiche eines Äthiopiers. Als Ottavia Salina völlig überraschend zum mächtigsten Mann des Kirchenstaats, Kardinal Sodano, gerufen wird, ahnt sie nicht, was sie erwartet: Die renommierte Paläographin des Vatikanischen Geheimarchivs wird beauftragt, die geheimnisvollen Kreuze und Buchstaben auf dem Toten zu entschlüsseln.

Gemeinsam mit dem undurchschaubaren Hauptmann Glauser-Röist von der Schweizergarde und Farag Boswell, einem koptischen Archäologen aus Alexandria, macht sich Ottavia Salina auf die Suche nach den Reliquienräubern. Sieben Prüfungen auf Leben und Tod hat das kuriose Detektivtrio zu bestehen, die um Dantes "Göttliche Komödie" und die sieben Todsünden kreisen. Diese sieben Prüfungen führen sie auch in die sieben historischen Hauptstädte des Christentums: nach Rom, Ravenna, Athen, Jerusalem, Konstantinopel, Alexandria und Antiochia.

Ein ziemlich origineller Roman: durchaus vergleichbar mit Dan Brown, aber doch wesentlich differenzierter und glaubwürdiger bei den Hauptpersonen.

Nachtrag im Mai 2012: jetzt hat Dan Brown tatsächlich ebenfalls einen Roman zum Thema "Göttliche Komödie" geschrieben. Nun kann man vergleichen und sehen, ob ich mit meiner Einschätzung richtig liege!

Die Bösen sind nicht einfach nur abgrundtief gemein und schlecht, die Guten nicht einfach nur strahlende Helden. Natürlich ist die Story selbst auch hier etwas weit hergeholt, aber das macht ja nichts, wenn das drumherum stimmt, und das ist hier eindeutig der Fall. Zudem lernt man noch einiges über Dantes "Göttliche Komödie", dem "langweiligsten Werk der Weltliteratur", wie es eine der Romanfiguren an einer Stelle ausdrückt.

Prima Unterhaltung für Fans von Vatikan-Thrillern!



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Andreas Brandhorst: Das Erwachen

In »Das Erwachen« nimmt sich Bestsellerautor Andreas Brandhorst eines der brandaktuellen Themen der Wissenschaft an: Wann werden die Maschinen uns übertrumpfen und was wird das für unser Leben bedeuten? Der ehemalige Hacker Axel setzt versehentlich ein Computervirus frei, das unzählige der leistungsfähigsten Rechner auf der ganzen Welt vernetzt. Als sich daraufhin auf allen Kontinenten Störfälle häufen und die Infrastruktur zum Erliegen kommt, die Regierungen sich gegenseitig die Schuld geben und die geopolitische Lage immer gefährlicher wird, stößt Axel gemeinsam mit der undurchsichtigen Giselle auf ein Geheimnis, das unsere Welt für immer verändern wird: In den Computernetzen ist etwas erwacht, und es scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein ...

Endlich mal wieder ein richtiger Technik-Kracher! Man könnte zwar schon vermuten, dass Marc Elsberg hier ein wenig Pate gestanden hat, aber was solls? Der Roman ist außerordentlich spannend, die innere Logik stimmt halbwegs und auch bei den technischen Zusammenhängen sind keine größeren, störenden Patzer zu finden.

Klar, ein Computervirus, das sich während der Übertragung im Internet (also zerlegt in einzelne, kleine Pakete) selber startet, eine Künstliche Intelligenz, die aus dem Nichts heraus plötzlich da ist und auch Systeme befällt, die gar nicht am Netz hängen - alles geschenkt. Irgendwie muss Brandhorst ja in die Geschichte reinkommen, deren eigentliches Thema ja die Tatsache ist, dass wir sehr wohl jetzt schon mit solchen Dingen herumspielen und dass es durchaus irgendwann passieren kann, dass so was schief geht und plötzlich ungeahnte Effekte auslösen wird.

Wenn das passiert, wird es komplizierter sein und länger dauern, klar. Aber immerhin wollen wir Leser ja vor allem unterhalten werden und keine technisch-philosophischen Abhandlungen lesen. Und das mit der Unterhaltung schafft er wirklich gut! Der Roman hat im Wesentlichen drei Handlungsstränge - einen aus der Sicht des Hackers, einen mit den beiden erstaunlich vernünftigen Polizisten und einen mit der UN-Friedensforscherin, die später KI-Beauftragte wird. Natürlich kommt neben bösen Geheimdiensten und dummen Politikern auch eine Liebesgeschichte nicht zu kurz. Am Ende treffen alle Parteien glücklich aufeinander, und alle Probleme lösen sich zur mehr oder weniger großen Zufriedenheit der Protagonisten wieder auf.

Das ist alles nicht besonders neu und nicht besonders originell - solche Geschichten leben davon, dass das Setting, die zu Grunde liegende Geschichtegenug fasziniert und die Handlung nicht übermäßig klischeebehaftet und unplausibel ist. Alles das ist hier wunderbar gelungen, das Buch ist einfach perfektes Lesefutter, das man schnell verschlingen kann und das doch, ähnlich wie Frank Elsbers "Blackout", seinen Lesern gewisse Einblicke in Themengebiete verschafft, über die er sich vorher noch nie Gedanken gemacht hatte. Und von deren Existenz jeder zumindest mal gehört haben sollte, um beim nächsten mal, wenn mal wieder ein Stephen Hawking oder Elon Musk irgendwelche Warnungen ausspricht, etwas besser zu verstehen, von was die eigentlich reden.



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Bild 304
Thomas Olde Heuvelt: Hex

Black Spring ist ein beschauliches Städtchen im idyllischen Hudson Valley. Hier gibt es Wälder, hier gibt es Natur - und hier gibt es Katherine, eine dreihundert Jahre alte Hexe, die den Bewohnern von Black Spring gelegentlich einen kleinen Schrecken einjagt. Dass niemand je von Katherine erfahren darf, das ist dem Stadtrat von Black Spring schon lange klar, deshalb gelten hier strenge Regeln: kein Internet, kein Besuch von außerhalb oder Katherines Fluch wird sie alle treffen. Als die Teenager des Ortes jedoch eines Tages genug von den ständigen Einschränkungen haben und ein Video der Hexe posten, bricht in Black Spring im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los ...

Gut gemacht und außerordentlich spannend,sehr wenig Splatter und Klischee, aber dafür umso mehr Suspense! Heuvelt findet das richtige Maß zwischen Action und Psychologie, arbeitet seine Figuren recht glaubwürdig heraus und schafft es wunderbar eine Athmosphäre von wachsendem, unabwendbarem Unheil zu erzeugen.

Auch die Grundidee ist überzeugend, insbesondere dann die Auflösung der ganzen Geschichte, über die ich hier natürlich nichts verraten kann. Ein einwandfreies Popcorn-Buch, das man einfach mal zu zwischendurch in zwei, drei verregneten Wintertagen weghauen kann!



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Bild 303
Donald Nolet: Kryptogramm

Der preisgekrönten niederländischen Thriller-Autor Donald Nolet geht in seinem Spannungsroman "Kryptogramm" einem der größten ungelösten Rätsel der Menschheit nach: Das circa 600 Jahre alte Voynich-Manuskript, verfasst in einer unbekannten Schrift und Sprache, versehen mit sorgfältig angefertigten, teils unheimlichen Illustrationen – welches Wissen oder welchen Wahnsinn mag es enthalten?

Als die brillante junge Mathematikerin Zina Welter auf einer Fachtagung von Voynich-Experten bekannt gibt, das Manuskript demnächst mit einem von ihr entwickelten Algorithmus entschlüsseln zu können, wird sie über Nacht zum Ziel verschiedenster Interessengruppen. Eine Hetzjagd quer durch Europa beginnt, doch je näher Zina der Wahrheit kommt, desto weniger weiß sie, wem sie noch trauen kann.

Im Gegensatz zum zuvor besprochenen Quantum Dawn bewegt sich Nolet hier auf einem Gebiet, das z.B. auch von Dan Brown beackert wird. Allerdings geht er sein Thema sehr viel unaufgeregter an und verzichtet auf die "Wahrheiten, die die Welt erschüttern werden" und auch auf den psychopatischen Mörder, der überall sein Unwesen treibt und Zeugen meuchelt. Und obwohl auch die Geheimdienst nicht zu kurz kommen sind auch diese deutlich realistischere Mitspieler in diesem rätselhaften Spiel.

Das Voynich-Manuskript existiert ja ohne Zweifel wirklich, und viele der Schauplätze un historischen Personen haben tatsächlich damit zu tun. Nolet entwickelt nun eine Geschichte, in deren Verlauf das seltsame Manuskript tatsächlich entschlüsselt und sein Geheimnis preigegeben wird. Zu viel darf ich hier natürlich nicht verraten, nur so viel, das das alles schlüssig und spannend erzählt daherkommt, wie bereits gesagt ohne fürchterliche Übertreibungen und Actionszenen. Trotzdem gibt es genug überraschende Wendungen und Finten für ein ausgezeichnetes Lesevergnügen!



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Bild 302
Thore D. Hansen: Quantum Dawn

In einem Londoner Park baumelt die Leiche des gesuchten Wertpapier-Betrügers Jarod Denver an einem Baum. Neben Denver sind knapp zwanzig Top-Leute der internationalen Finanzbranche innerhalb kurzer Zeit zu Tode gekommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stößt die eigensinnige Scotland-Yard-Ermittlerin Rebecca Winter auf eine Festplatte mit einem komplexen, aber unvollständigen Computer-Algorithmus. Einem Algorithmus, für den es sich zu töten lohnt, denn mit ihm lässt sich ein gigantischer internationaler Börsen-Crash herbeiführen. Was zunächst nach kriminellen Machenschaften einiger skrupelloser Banker aussieht, entpuppt sich schnell als globaler Kampf um die Vorherrschaft des Geldes.

Endlich mal wieder ein Thriller mit richtig viel Gehalt und einer wirklich intelligenten Story. Gut, ich muss zugeben, dass man sich schon ein wenig in der Welt des grossen Geldes und der Realität der (Geld)-Märkte auskennen sollte. Themen wie Blackrock, Hochfrequenzhandel und die Finanzkrise von 2008 sollten keine Fremdworte sein um bei diesem Buch problemlos mitzusteigen.

Andererseits könnte es auch dazu verführen, sich dieser Themen mal endlich mal anzunehmen, es enthält sogar einen Lesetipp dazu, und das alles ist viel zu wichtig, um nicht wenigstens halbwegs Bescheid zu wissen. Auch hier auf der Seite findet sich ein Lesetipp zum Thema: Michael Hudsons "Der Sektor".

Aber genug der Vorrede. Der Klappentext umreisst die Handlung ja schon sehr gut, so dass ich gleich dazu kommen kann, warum mir das Buch gefallen hat. Und das liegt einerseits natürlich am Thema, andererseits aber auch an der Differenziertheit, mit der Hansen es angeht. Ich habe schon einige Thriller mit ähnlichen Themen gelesen, und immer waren es schröckliche Terroristen, die Chinesen oder die Russen, die der armen, unschuldigen Wallstreet das Leben vermiesen wollten.

Hier ist die Lage allerdings wesentlich komplexer, alles spielt sich in einer Grauzone ab und man weiss nie so genau,wer jetzt eigentlich gut und wer böse ist, und das zieht sich durch bis auf die unterste Ebene, nämlich bis zu uns "einfachen" Bürgern selber, die gerne und ausführlich auf den "Raubtierkapitalismus" schimpfen, das von Sklaven in Bangladesh produzierte billige T-Shirt aber trotdem gerne kaufen, das uns genau dieser Raubtierkapitalismus beschert hat.

Auch auf den höheren Ebenen es schwierig zu durchschauen, welche Akteure nun gut oder böse sind, ein Dilema, dem auch die Ermittlerin Rebecca Winter ausgesetzt ist und das sie trotzdem am Ende zu einer Entscheidung zwingt.

Prima Lesestoff mit Lerneffekt und trotzdem spannend.



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Bild 301
Jay Kristoff: Nevernight

In einer Welt mit drei Sonnen, in einer Stadt, gebaut auf dem Grab eines toten Gottes, sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.
Mia Corvere kennt nur ein Ziel: Rache. Als sie noch ein kleines Mädchen war, haben einige mächtige Männer des Reiches - Francesco Duomo, Justicus Remus, Julius Scaeva - ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde unter fremdem Namen vom alten Mercurio großgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet ...

Mal wieder eine neue Fantasy-Serie - ein armes, elternloses Kind mit besonderen Fähigkeiten kommt auf eine geheime Schule, wo sehr spezielle, geheime Disziplinen gelehrt werden - na, kingelts? Aber nicht so schnell. Hier geht es sehr viel düsterer und gewalttätiger zur Sache, denn immerhin handelt es sich um eine Schule für Meuchelmörder, und die Lehrer versuchen schon mal gelegentlich, ihre Schüler umzubringen - wenn diese eben zu doof sind, das rechtzeitig zu bemerken. So sind am Ende der Ausbildung mehr als die Hälfte der Schüler tot, auch, weil sie sich schon mal gegenseitig meucheln.

Kein Kindergeburtstag also. Und was das Buch endgültig zu etwas anderem macht ist der Erzählstil: dankenswerter Weise nicht fürchterlich pathetisch denn insbesondere durch die Fussnoten kommt eine ironische Distanz ins Spiel, die das ganze sehr unterhaltsam macht. Und spannend ist es natürlich sowieso, inclusive der teilweise wirklich überraschenden Wendungen.

Ich möchte das ganze jetzt nicht zu hoch hängen, selbstverständlich gibt es originellere Werke, und manch einer wird sich an der teilweise wirklich extremen Gewalt stören, aber zumindest der Auftakt ist schlüssig, temporeich und spannend - was will man mehr verlangen? Es muss ja auch einfach Lesefutter geben, nur mit den grossartigen, innovativen Büchern käme ich ja nie im Leben übers Jahr und dieser Roman erfüllt diesen Zweck schlicht und ergreifend wunderbar!

Übrigens: man kann den durchaus als Einzeltitel lesen, alle wesentlichen Rätsel sind am Ende aufgelöst und der Leser zufrieden.



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Bild 300
Jean Echenoz: Unsere Frau in Pjöngjang

Constance, attraktiv, ungebunden, einem Abenteuer nicht abgeneigt, wird überfallen und verschleppt - im Auftrag des französischen Geheimdienstes: Sie soll die Schlüsselrolle in einer riskanten Mission spielen. Ziel: die Destabilisierung Nordkoreas. Constance erweist sich als Idealbesetzung und wird in Pjöngjang die Geliebte eines hochrangigen Funktionärs....

Ein Agententhriller - könnte man meinen. Das stimmt auch irgendwie, nur die Art und Weise, wie er erzählt wird, ist anders, ganz anders als in diesem Genre eigentlich üblich.

Es wirkt eher so, als würde uns der Erzähler einen Film oder ein Buch beschreiben, das er gelesen hat - immer hält er, teilweise recht ironisch, Distanz zu den Geschehnissen, gibt auch mal einen Kommentar dazu ab, und alles geht sehr schnell voran. Dabei geht es in keiner Weise um Klamauk, tatsächlich ist es eine Geschichte über Geheimdienste, wo einzelne Personen ohne Abstimmung irgendwelche Dinge durchziehen, die sie halt für richtig halten, völlig rücksichtslos in der Wahl ihrer Mittel und Helfer (die auch mal einfach nur Kriminelle sind, die gar nicht wissen, in was für ein Spiel sie da verwickelt sind), und völlig gnaden- und gewissenlos gegenüber ihren "Schachfiguren".

Dabei kommt das Leben verschiedener, eigentlich unbeteiligter Menchen ziemlich in Unordnung, und es gibt auch ettliche Tote und viel Chaos. Wirklich unterhaltsamer Lesestoff!

Der Tipp dazu stammt übrigens von Denis Scheck aus seine ARD-Sendung Druckfrisch, der damit wieder mal bewiesen hat, dass er in unserer Medienlandschaft zur Zeit der Kritiker mit den besten, bodenständigsten Lesetipps ist, bei weitem nicht so abgehoben wie manch anderer. Aber von jemanden mit so einem guten Musikgeschmack hatte ich auch nichts anderes erwartet, und es ist ja nicht das erste gute Buch das er mir empfohlen hat.



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Bild 299
Christoph Wagner: Träume aus dem Untergrund

Am 20. Dezember 1969 ließ ein mörderischer Sound den Club Manufaktur in Schorndorf erzittern. Die englische Hardrock-Band Black Sabbath spielte dort auf ihrer ersten Deutschlandtour, die ausschließlich in der schwäbischen Provinz stattfand. Das war kein Zufall: In Südwestdeutschland gab es in den 60er- und 70er-Jahren eine lebendige Musikszene, die neue Trends begierig aufnahm. Ob Beat, Rock, Jazz, Folk, Blues oder Soul, ob Schwabenrock oder Dialektsongs – Baden-Württemberg war damals auf der Landkarte der Popmusik alles andere als ein weißer Fleck.

Nicht nur Stars von außerhalb machten Station (The Who, Rolling Stones, Jimi Hendrix, John Lee Hooker), es gab auch einheimische Gewächse: Wolfgang Dauners Et Cetera (Stuttgart), Guru Guru (Heidelberg), Nine Days’ Wonder (Mannheim), Kin Ping Meh (Mannheim), Kraan (Ulm), Checkpoint Charlie (Karlsruhe), Exmagma (Schwäbisch Gmünd), Zupfgeigenhansel (Esslingen), Elster Silberflug (Heidelberg), Ray Austin & Volume Five (Freiburg), Eulenspygel (Tübingen), Singspiel (Freiburg), Wolle Kriwanek (Backnang) oder Schwoißfuaß (Bad Schussenried).

Christoph Wagner nimmt die baden-württembergische Musikszene jener Jahre in den Blick und fördert Erstaunliches zutage: eine bunte, vielfältige (Sub-)Kulturlandschaft bis in die hinterste Provinz. Das Buch ist 50 Jahre nach den Studentenprotesten von 1968 zugleich eine Geschichte des jugendlichen Aufbegehrens im spießigen Musterländle mit den Mitteln der populären Musik.

Christoph Wagner ist ja hier kein Unbekannter, ich habe ihn ja schon für sein Buch Der Klang der Revolte an dieser Stelle ganz ausführlich gelobt und empfohlen. Das neue Buch ist vom Thema natürlich ähnlich gelagert, fokusiert aber das Thema ausdrücklich auf Baden-Württemberg und dabei mehr auf die Konzert-Szene als auf die Bands, die natürlich trotzdem nicht zu kurz kommen. Er tut das auf die von ihm gewohnte, kenntnisreiche und tiefschürfende Art: kein BlaBla, sondern handfeste, gut recherchierte Geschichten, dekoriert mit vielen seltenen Fotos.

Ein kleines Manko muss ich aber nochansprechen: leider hat sich der Buchgestalter beim Silberburg-Verlag ein wenig zu sehr ausgetobt. Die Gestaltung wird dem Inhalt nicht gerecht, es ist einfach alles zu bunt und gestylt, während der Text sehr seriös ist. Das ist kein Bilderbuch, in dem man mal eben einfach rumblättert, dieses Buch sollte gelesen werden! Und da stört es sehr, wenn der Text ständig auf irgendwelchen bunten Seiten präsentiert wird.

Aber wie gesagt: ich rede hier ausschließlich von der Gestaltung, nicht vom Inhalt! Der ist ein wichtiger und interessanter Beitrag sowohl zur Heimat- als auch zur Musikgeschichte.



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Bild 298
Anthony O'Neill: Dark Side

Anthony O'Neills düsterer SF-Thriller spielt in der nahen Zukunft auf dem Mond: Dort hat der exzentrische Multimilliardär Fletcher Brass die Kolonie Purgatory gegründet. Der Arm des irdischen Gesetzes ist 384.400 km entfernt, und so gilt Purgatory als Mekka für Kriminelle aller Art - bis Polizeileutnant Damien Justus in die Kolonie strafversetzt wird. Damien ist fest entschlossen, für Recht und Ordnung zu sorgen, und ist damit nicht nur dem ebenso charismatischen wie skrupellosen Brass ein Dorn im Auge. Doch die wahren Probleme beginnen, als auf der anderen Seite des Mondes ein Android zu einem Rachefeldzug aufbricht, der ganz Purgatory in Schutt und Asche legen soll.

Nette Geschichte - eigentlich ein Krimi, und zwar ein ziemlich schwarzer. Das alles spielt zwar auf dem Mond, das wars aber dann schon so ziemlich mit Science-Fiction. Im Mittelpunkt stehen eindeutig der verschlagene und machthungrige Verbrecher Fletcher Brass und der unbestechliche, unbequeme Polizist Damien Justus, der unbeirrt seine Arbeit macht, solange, bis er den Fall gelöst hat.

Als einfacher Krimi, der irgendwo auf der zeitgenössischen Erde spielt, wäre das Buch eigentlich wenig spektakulär, die Geschichte gewinnt ungemein durch den exotischen Schauplatz. Zudem hat O'Neill einen sehr angenehmen Tonfall und einen sehr temporeichen Erzählstil, was das ganze zu einem runden, spannenden Ferienthriller macht. Gute, originelle Unterhaltung!



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Bild 297
Phillip P. Peterson: Paradox: Am Abgrund der Ewigkeit

Astronaut Ed Walker wird zum Helden, als er seine Crew mit einem spektakulären Außenbordeinsatz aus den Trümmern der Internationalen Raumstation ISS rettet. Nun wird ihm die Leitung der ersten Expedition der Menschheit an den Rand des Sonnensystems anvertraut, an der auch der junge Wissenschaftler David Holmes teilnimmt, der das rätselhafte Verschwinden einiger Raumsonden jenseits der Plutobahn untersucht. In der Leere des interstellaren Raumes werden die Astronauten mit einem unglaublichen Geheimnis konfrontiert, das ihr Bild vom Universum auf den Kopf stellt. Und erneut muss Ed um das Leben seiner Besatzung kämpfen.

Endlich mal wieder so richtige Science-Fiction: die Geschichte spielt im Grunde in in sehr naher Zukunft, die Erde ist genau so, wie wir sie kennen, einzig eine neue Antriebstechnik sowie die Kernfussion sind inzwischen erfunden. Die politischen Querelen und Zündeleien auf der Welt sind jedoch nach wie vor so ähnlich wie wir sie alltäglich erleben.

Weil der Autor wahrlich vom Fach ist (er arbeitet als Ingenieur an zukünftigen Trägerraketenkonzepten und im Management von Satellitenprogrammen), stimmt die technische Seite der Geschichte wirklich perfekt. Und was das für eine Geschichte ist! Sehr spannend erzählt und ausgesprochen pessimistisch serviert uns Peterson hier eine Erklärung für das Fermi-Paradox, die sich gewaschen hat und düsterer eigentlich nur noch von Andreas Eschbach in "Herr aller Dinge" ausgemalt wurde.

Unbedingt emfehlenswert!



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Bild 296
Ethan Cross: Spectrum

Eine neue rasante Thriller-Serie von Bestsellerautor Ethan Cross, dem Autor der Shepherd-Thriller
August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zu einer Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank - das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur - und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern.

Das war endlich mal wieder ein "Krach-Bumm-Thriller" nach meinem Geschmack! Das perfekte Buch für den Urlaub, oder auch für Baggersee Balkonien. Keinerlei literarischer Anspruch, aber jede Menge Action, rätselhahte Vorgänge, perfide Geheimdienste und abgrundböse Verbrecher. Auch wenn die Hauptperson ziemlich deutlich an Jeff Cohens Samuel Hoenig erinnert, kann man beide Bücher nicht wirklich vergleichen, hier steht die Action dann doch eindeutig im Vordergrund.

Genau solche Bücher lese ich von Zeit zu Zeit einfach gerne, pure Page-Turner, bei denen man immer noch ein weiteres Kapitel lesen muss, bis das Buch plötzlich zu Ende ist.

Eine neue Serie, die ich ganz sicher weiter verfolgen werde!

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Bild 295
Jérémy Fel: Die Wölfe kommen

Was verbindet einen Jugendlichen, der in den 70er Jahren in Kansas das Haus seiner schlafenden Eltern anzündet, einen New Yorker Stricher, der Jahrzehnte später den dreijährigen Sohn einer Kundin entführt, die Kellnerin in Indiana, die von einem grauenhaften Ereignis aus ihrer Vergangenheit eingeholt wird, und den Ehemann, der auf der anderen Seite des Atlantiks rasend vor Eifersucht seine Frau umbringt? Kapitel für Kapitel, Geschichte für Geschichte führt J. Fel den Leser hinein in ein beängstigendes Labyrinth: Im Epizentrum des von den USA bis nach Europa wabernden Bösen steht der Psychopath, eiskalte Mörder und Gangsterboss Walter Kendrick.

Faszinierend! Wie heisst es so schön auf dem Buchdeckel: "Dieses Buch verschlingt man nicht - man wird von ihm verschlungen!" - und das stimmt ohne Einschränkung!

Ein wenig erinnert es durchaus an Anima von Wajdi Mouawad, das sich ja ebenfalls durch einen äußerst ungewöhnlichen Erzählstil auszeichnet. Auch ein Hauch von Josef Haslingers Opernball ist zu erahnen, zumindest insofern, dass sich auch hier erst im Lauf der Erzählung herauskristallisiert, um was es eigentlich geht bei diesem Roman.

Und diese Geschichte ist jetzt gar nicht mal so was besonderes, nichts was nicht hundert andere Psychothriller ebenfalls schon abgehandelt haben. Der große Unterschied, das, was dieses Buch von einem 08/15-Thriller zu Literatur macht, ist eben die Erzählweise des Autors, die schlicht und einfach einen hypnotischen Sog erzeugt, der einen zwingt, immer noch ein weiteres Kapitel zu lesen. Man muss sich wirklich einlassen auf dieses Buch und auch ertragen, dass man lange Zeit nicht weiss, wohin es einen führen wird.

Grandios!

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Bild 294
Sophie Hénaff: Kommando Abstellgleis

Das Pariser Hauptkommissariat, 36 Quai des Orfèvres hat eine neue Leitung. Ihr Ziel heißt: die Aufklärungsraten und Statistiken polieren und alle lästigen, aufsässigen und arbeitsunwilligen Mitarbeiter loswerden. Deshalb ruft die Führungsriege eine neue Brigade ins Leben, in der alle Alkoholiker, Faulenzer, Schläger, Depressive und Polizisten, die sich für etwas anderes berufen fühlen - wie z.B. Eva Rozière, die Krimis schreibt, anstatt zu ermitteln -, zusammengefasst werden sollen. Die Leitung übergibt sie Anne Capestan, einer einst hoffnungsvollen jungen Polizistin, die wegen eines fatalen Fehlers vom Dienst suspendiert wurde. Was man von ihr erwartet: stillhalten. Anne hasst aber nichts mehr, als einfach zu gehorchen. Deshalb lässt sie nichts unversucht und baut mit ihrer Truppe der verkrachten Existenzen in einem schäbigen Büro bei miserabler technischer Ausstattung, ohne Waffen und Blaulicht ein Kommissariat der unkonventionellen Methoden auf und löst - zum Schrecken der neuen Chefs - auch noch alte Fälle, die die neue Führungsriege in gar keinem schönen Licht erscheinen lassen ... Ein origineller, schwungvoller, intelligenter Krimi - zum Schießen komisch!

Was soll ich da noch sagen? Der Klappentext trifft den Nagel auf den Kopf, und ich kann nur bestätigen, dass die Lektüre genau den Spass bereitet, den ich erwartet hatte.

Zum Glück kein Klamaukbuch, aber recht originell und einfach nette Sommerlektüre, die man genau so gut im Winter vor dem Kamin geniessen kann!

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Bild 293
Jasper Fforde: Die letzte Drachentöterin 01

Jennifer Strange ist fünfzehn Jahre alt, Findelkind und aktuell die Leiterin von Kazam, einer Agentur, die Zauberer vermittelt. Die Zeiten, als die Zauberer noch vor Magie strotzten, sind längst vorbei. Wer einst ganze Berge versetzte, liefert heute auf seinem fliegenden Teppich Pizza aus. Die Geschäfte von Kazam laufen dementsprechend schlecht, und die Magier müssen um ihre Jobs fürchten. Als wäre das nicht genug, macht auch noch die Vorhersage die Runde, dass der letzte Drache sterben wird - und zwar durch die Hand von niemand Geringerem als Jennifer. Schnell wird ihr klar, dass nicht nur ihr Leben, sondern die Geschicke aller Bürger in den Ununited Kingdoms auf den Kopf gestellt werden....

Jasper Fforde habe ich an dieser Stelle ja schon gewürdigt, und nun hat er zur Abwechslung mal ein Jugendbuch geschrieben (empfohlen 14), das jedoch völlig problemlos auch für Erwachsene taugt.

Fforde hat schlicht und ergreifend einen überragenden Humor, inclusive einem ordendtlichen Schuß Monty Python. Er erschafft eine herrlich schräge Welt, die schon ein wenig an die unsere erinnert, aber (auch ohne die Magie) eine deutliche und teilweise auch ziemlich böse Karikatur derselben darstellt.

Vor diesem Hintergrund entsannt sich nun eine eigentlich ganz "normale" Geschichte von guten und böden Zauberern, Drachen und anderen Fabeltieren - und trotzdem ist das alles origineller und lustiger (obwohl kein Klamauk) als 90% des übrigen Genres, insbesondere im Jugendbuch-Bereich.

Lesen!

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Bild 292
James Corey: die Expanse-Serie

Die Menschheit hat das Sonnensystem kolonisiert. Auf dem Mond, dem Mars, im Asteroidengürtel und noch darüber hinaus gibt es Stationen und werden Rohstoffe abgebaut. Doch die Sterne sind den Menschen bisher verwehrt geblieben. Als der Kapitän eines kleinen Minenschiffs ein havariertes Schiff aufbringt, ahnt er nicht, welch gefährliches Geheimnis er in Händen hält – ein Geheimnis, das die Zukunft der ganzen menschlichen Zivilisation für immer verändern wird.

Sowohl Covergestaltung als auch Klappentext versprechen ja nun nicht gerade originelle Lektüre - wie man sich täuschen kann! Anders als bei vielen ähnlich gelagerten Space-Operas handelt es sich hier eben nicht um einen billigen Western der in den Weltraum verlegt wurde, zusammen mit dem heldenhaften, ehrlichen Cowboy mit dem weißen Hut, der den vermeintlich aussichtslosen Kampf mit dem rücksichtslosen, gemeinen Schurken mit dem schwarzen Hut aufnimmt.

Nein, hier wird mehr oder weniger unsere heutige Welt mit allen ihren Facetten in den Weltraum übertragen: politische Rivalitäten zwischen der Erde und nach Unabhängigkeit strebenden Kolonien auf dem Mars, im Asteroidengürtel und den Jupitermonden, Konzerne, die ihre ganz eigenen Interessen verfolgen und den unvermeidlichen Militärs, die am liebsten immer sofort alles bombardieren würden.

In diesem Spiel um Macht, Geld und Einfluss gibt es kein schwarz oder weiß sondern nur verschiedene Grautöne und das ist auch gut so. Es wurde eben kein Western in den Weltraum verlegt, sondern ein guter und anspruchsvoller Politthriller, denn die Menschen verhalten sich weitgehend glaubwürdig und leider wie in der echten Welt; da taucht eine außerirdische Bedrohung auf, ein sogenanntes "Proto-Molekül", das vor 2 Milliarden Jahren losgeschickt wurde, um die Entwicklung des Lebens auf der Erde im Sinne der Fremden zu kontrollieren. Aber auch die machen mal Fehler und der Angriff klappte nicht. Und was passiert wohl, als das Molekül nun zufällig doch noch entdeckt wird? Genau: alle wollen es erstmal für sich alleine haben und versuchen, es in eine Waffe umzubauen! Die Menschheit wird mit einem riesigen und durchaus existenzbedrohenden Geheimnis konfrontiert, aber alle Fraktionen wollen es erstmal für sich allein haben, Hauptache, die Anderen können nicht davon profitieren! Also alles wie gewohnt.

In jeder Fraktion gibt es auch "Gute", die es ehrlich meinen, aber natürlich muss es noch so eine Art Helden geben: James Holden, Kapitän eines heruntergekommenen Frachters. Er wird früh in die Ereignisse verwickelt, und er ist auch im wesentlichen die zentrale Figur der Serie. Er ist zumindest guten Willens und hat das Ausmaß der Bedrohung halbwegs verstanden, ist aber zu wenig Politiker, um nicht doch immer mal wieder Schaden anzurichten, weil er zu direkt vorgeht. Im Lauf der Geschichte wird er im Spiel der Kräfte im Sonnensystem zudem immer wichtiger und auch bekannter und wird durchaus mal um Auftrag der UN auf Vermittlungsmission geschickt.

Überhaupt, die Entwicklung der Serie: hier macht sie tatsächlich mal Sinn, diese Fortsetzungs- Pest, denn im Zuge der Geschichte bekommt die Menschheit Kontakt und Zugang zu ernsthafter Alien-Technologie, die Milliarden Jahre alt ist und die natürlich auch keiner versteht. Was "uns" natürlich in keiner Weise daran hindert, hemmungslos damit herum zu spielen, was soll schon passieren? Die Aliens konnten zwar mit einem Fingerschnippen ganze Sonnensysteme auslöschen, aber ich will trotzdem zu gerne wissen, zu was dieser Schalter hier gut ist, also nur mal kurz draufgedrückt!

Ich habe bis jetzt 4 von 5 Bände gelesen, ein 6. erscheint im Juni, und ich muss sagen, sie werden immer besser, je mehr man in dem Universum heimisch wird das Corey hier entfaltet. Das hat wie gesagt viel damit zu tun, dass alles "menschliche" darin so plausibel und realistisch ist, auch die Technik der Menschheit ist nicht so furchtbar weit weg von unserer heutigen. Natürlich sind seit heute einige hundert Jahre vergangen und Kernfusion etc stellen kein Problem mehr dar, aber Reisen zum Saturn dauern eben immer noch viele Monate, und auch die Funksprüche sind so langsam wie eh und je.

Eine wirklich tolle Serie, wenn auch nicht unbedingt für Star Wars und Fantasy-Fans, aber durchaus für Thriller-Leser geeignet, so lange sie sich auf ein klein wenig Weltraumfahrt einlassen können und wollen. Den 5. habe ich schon, der 6. ist schon gebucht, ich bin gespannt wie es weiter geht mit dieser Menschheit an der Schwelle zur Galaxis.

Ubersicht: aller Titel der Serie

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Bild 291
Yuval Noah Harari: Homo Deus - Eine Geschichte von Morgen

Das war mal wieder ein Buch, das einem die gewohnte, altbewährte Weltsicht ein wenig durcheinander wirbelt und viele Dinge, die man für selbstverständlich und unumstößlich gehalten hat hinterfragt: muss das alles wirklich so sein? So was liebe ich ja, wenn es gut gemacht ist und das ist bei diesem Buch wahrlich der Fall!

Klar, das ist ein Bestseller und hat sicherlich schon viele Rezensionen erhalten, ich persönlich habe keine einzige davon gelesen und versuche hier schlicht, die Gedanken kurz zu umreißen, die sich mir nach der Lektüre aufgedrängt haben.

Worum geht es also? Um die "Geschichte von Morgen", wie der Untertitel schon sagt. Dazu wirft Harari natürlich erst mal einen Blick auf die Geschichte - oder besser: die Geschichten - von früher. Und mit "Geschichte" meint er nichts weniger als das grundlegendste Selbstverständnis, mit dem die Menschheit sich durchs Leben schlägt.

Damit ich jetzt nicht das komplette Buch zusammenfassen muss, greife ich nur ein Beispiel heraus: bis ins Mittelalter nahmen der König und die Fürsten im Weltbild der Untertanen eine Stellung ein, die wir uns heute gar nicht mehr wirklich vorstellen können. Sie waren buchstäblich von Gott persönlich eingesetzt und es war daher vollkommen unvorstellbar, einen Fürsten oder gar König abzusetzen oder gar zu töten. Was z.B. während der französischen Revolution oder auch mit Maria Stuart geschehen ist, hatte damals eine Dimension des Grauens, die weit über die eines "einfachen" Mordes hinaus reichte. Hier wurde gegen fundamentale, göttliche Gesetze verstoßen. An so was dachte ein normaler Mensch nicht mal!

Dann dämmerte langsam das Zeitalter der Wissenschaft herauf, und natürlich spielt auch die bereits erwähnte französischen Revolution eine gewichtige Rolle: langsam änderte sich das Weltbild und das Selbstverständnis der Menschen in Richtung Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Das Individuum mit seiner unveräußerlichen Würde und seinem Recht auf Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung trat immer mehr in den Mittelpunkt, sprich: der Humanismus wurde zum zentralen Denkmodell.

Das war und ist natürlich ein langsamer, zäher Prozess, der dem Ideal mal mehr, mal weniger nahe kommt, aber wir müssen nur einen Blick in unser Grundgesetz, die europäische oder die amerikanische Verfassung werfen um all diese Thesen darin zu finden. Diese Anschauung ist das, was im Grund mit "westlichen Werten" gemeint ist und selbst die großen Kirchen stellen das nicht in Frage. Der Aufstieg dieser Ideale ist eng verknüpft mit dem Aufstieg der Naturwissenschaften, eigentlich bedingen sie sich sogar. Das eine ist ohne das andere undenkbar. Je genauer die Natur erklärbar wurde, desto weiter wurde "Gott" zurückgedrängt; nicht Gott lässt den Kometen am Himmel erscheinen, nicht Gott macht das Gewitter, nicht Gott schickt die Krankheit, nicht Gott setzt die Regierung ein. Der Mensch emanzipierte sich und heute beseitigt er vieles von dem, was vor 500 Jahren noch schlicht als "Strafe Gottes" angesehen wurde: Krankheiten sind heilbar, Probleme sind vermeidbar, wenn man weiß, woher sie rühren, eine schlechte Regierung wird abgewählt, weil der Mensch bestimmt.

Diese Selbstermächtigung der Menschen nimmt exponentiell zu und hat inzwischen ein aberwitziges Tempo erreicht. Heute wird sogar eine der Königsdisziplinen des Menschen, das Denken, immer mehr auf Maschinen ausgelagert. Die Menschen sind ständig untereinander vernetzt, Nachrichten sind jederzeit in Sekundenschnelle buchstäblich weltweit verfügbar, die Medizin heilt immer mehr Krankheiten und greift nun sogar in die Keimbahn ein, um optimierte Menschen - eigentlich kann man nur sagen: herzustellen. Alles dass passiert - ob wir es wollen oder nicht, weil es eben möglich ist und es gibt durchaus eine Menge Leute, die das alles sehr optimistisch sehen und gut finden.

Und damit komme ich zu dem, was mich an diesem Buch beeindruckt hat: Harari bewertet diese Entwicklungen nicht, er stellt die Frage, wie sich die Weltsicht, der breite Konsens in der Gesellschaft, verändern wird. Hat das humanistische Weltbild überhaupt Antworten auf die Fragen, die sich so langsam am Horizont abzeichnen? Angesichts eine Wissenschaft, die sich nicht nur schon lange vom Konzept einer "Seele" verabschiedet hat sondern inzwischen auch das des "freien Willens" immer mehr in Frage stellt? Einer Wissenschaft, die immer besser versteht, wie unser Gehirn eigentlich genau arbeitet und immer weniger Belege dafür findet dass wir eine unverrückbare, unfehlbare und konsistente "Persönlichkeit" haben?

Um die Fakten, die inzwischen auf dem Tisch liegen, zu erfahren, müsst ihr schon das Buch lesen, ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass ich vieles davon schon oft aus vielen verschiedenen Quellen in vielen verschiedenen Zusammenhängen gehört und gelesen habe und die Tatsachen daher nicht in Frage stelle.

Wie also wird sich das alles in den nächsten Dekaden und Jahrhunderten auswirken? Das ist die spannende Frage, die Harari mit diesem Buch aufwirft: er versucht explizit nicht, irgendwelche technischen Entwicklungen vorher zu sagen, sondern fragt, wie sich unser Denken, unser Selbstverständnis verändern wird. Denn das wird es; unzweifelhaft stehen wir an einer Nahtstelle der Menschheitsgeschichte, die derjenigen ähnelt, die sich mit Kopernikus, Newton und der französischen Revolution ergeben und in deren Folge sich unsere heutige, westliche Welt entwickelt hat.

Um es nochmal deutlich zu sagen: Harari bewertet das alles nicht. Er erklärt, was wir wissen, was heute schon technisch machbar ist und wohin die naheliegenden Entwicklungen zielen um uns dan einzuladen, selber zu denken! Es gibt natürlich einige Stellen im Buch, bei denen ich ihm gerne widersprechen würde, und er lässt meiner Meinung nach wichtige Aspekt unberücksichtigt. Das wird mit Sicherheit jedem Leser so gehen, der sich auf seine Gedankengänge einlässt. Alles das tut der Sache jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil: er liefert einen soliden Rahmen, innerhalb dessen man trefflich diskutieren und streiten kann, und keine vorgefertigten Lösungen. Denken muss man selbst, und so muss das sein!

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Bild 290
Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte - die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Ein beeindruckendes Buch: atemlos spannend, und doch gibt es kein Verbrechen, keine Verschwörung, nichts eigentlich ausser den 3 Erzählern, die zu verschiedenen Zeiten leben. Was sie verbindet, sind die Bienen, und jeder hat so seine eigenen Probleme mit diesen.

Das war mal wieder ein äußerst untypisches Buch für meinen eigentlichen Lesegeschmack, und obwohl mir zumindest die beiden männlichen Erzählstimmen mit ihrer Borniertheit und ihrem Selbstmitleid manchmal auf die Nerven gegangen sind, hat mich das Buch doch restlos begeistert. Immerhin hält die Autorin die einzelnen Kapitel sehr kurz und vermutlich war es das, was mir über meinen gelegentlichen Ärger über die Erzähler hinweg geholfen hat: die Geschichte geht einfach viel zu zügig voran, schnell ist das Kapitel zu Ende und das nächste angefangen.....

Nicht zuletzt ist es natürlich auch das Thema "Bienen" und ihre ungeheure Bedeutung für uns Menschen, die das Buch lesenswert macht. Das war es sicherlich auch, was mich zuerst darauf aufmerksam gemacht und schließlich zum lesen gebracht hat. Ich habe es nicht bereut!

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Bild 289
Michael Hudson: Der Sektor

Der Weltökonom Michael Hudson übt eine Fundamentalkritik am kapitalistischen Finanzsystem, die unser Denken verändern wird. Die Weltgeschichte beweist: Die Banken führen einen neuartigen Krieg gegen die Demokratie.

Hudsons Prognosen erregen weltweit Aufmerksamkeit: als Erster und Einziger hat er den genauen Zeitpunkt vorausgesagt, an dem die fatale Immobilienblase platzen sollte. Eindringlich analysiert er, wie die internationale Finanzwelt die Errungenschaften der klassischen Ökonomie verspielt. An Beispielen aus der Geschichte zeigt er, was »Schulden« sind, und eröffnet neue Perspektiven auf dieses Menschheitsproblem. Schonungslos entlarvt Hudson die Vorstellung, die Verschuldung könne gemanagt werden, wenn man sie den Bürgern aufbürdet. Das Bankensystem muss wieder der Wirtschaft dienen und nicht umgekehrt. Doch nun betreibt die Finanzwelt eine neue Art der Kriegsführung gegen das Volk, die unsere Gesellschaften polarisiert. Hudsons historisch fundierte Analyse belegt: Weltweit werden Bürger revoltieren. Denn die Interessen von Gläubigern sind nicht die der Demokratie. Für den Autor ist die heutige Krise noch immer eine Frage des politischen Wollens und keine schicksalhafte Notwendigkeit.

»Michael Hudsons brillant-scharf sinniges Buch über das Versagen des modernen Kapitalismus ist Pflichtlektüre.« David Graeber

Die Wall Street besitzt heute eine Finanzmacht, mit der sie den Ausgang von Wahlen und die Besetzung von Schlüsselpositionen bei Finanzmarktregulierungs- und Strafverfolgungsbehörden maßgeblich beeinflusst.


Ein wahrlich harter Brocken, das Titelbild vermittelt duchaus einen guten Eindruck des Inhalts: über 800 Seiten ziemlich trockener Stoff, den man aber durchaus noch viel unspannender hätte aufbereiten können.

Daher diese Buchempfehlung: dieses Thema ist viel zu wichtig um sich mit Halbwissen oder Schlagworten aus der "Qualitätspresse" oder von Politikern zufrieden zu geben, denn es geht hier um nichts weniger als eine grundsätzliche Richtungsentscheidung, die unser Leben und das vieler folgender Generationen bestimmen wird!

Zunächst muss man wissen, dass Michael Hudson zum "akademischen" Teil der Occupy-Wallstreet-Bewegung gehört und somit natürlich Partei ist, aber wer ist in dieser Diskussion *nicht* Partei?

Er schlägt einen weiten Bogen in die Geschichte der Wirtschftswissenschaften, der bis zurück ins 18. Jahrhundert reicht und erklärt sehr gründlich die Unterschiede zwischen "Industrie-Kapitalismus" und "Finanzmarkt-Kapitalismus", wobei er letzteren deutlich als den Bösewicht ausmacht.

Er erklärt die Banken- und Hedgefonds quasi zur modernen Ausprägung des Adels in früheren Zeiten, dessen Privilegien mit dem aufkommen der Industrialisierung überwunden geglaubt waren. Er erklärt anschaulich, wie dieser "Sektor" die reale Wirtschaft stranguliert und Profite generiert, die nicht das geringste mit der "Realwirtschaft" zu tun haben,also dem Teil der Wirtschaft der tatsächlich Dinge herstellt und Handel treibt. Er ist im wesentlichen auf Kursteigerungen bei Aktien und Zinseinnahmen gegründt. Andere Interessen (z.B. das langfristige Wohl einer Firma) verfolgt der Sektor nicht, schneller Gewinn ist alles was zählt, und das um jeden Preis.

Es führt hier einfach zu weit, das alles weiter auszuführen. Wichtig ist vor allem, dass bei der Lektüre klar wird, wieviel die Politik des "einen Prozent" mit den politischen Verwerfungen insbesondere der westlichen Welt zu tun hat und dass z.B. ein Präsident Trump durchaus erst durch den Umgang der Obama-Regierung mit der Finanzkrise möglich gemacht wurde, die Millionen Amerikaner in den Wirtschaftlichen Ruin getrieben hat, indem er nicht erlaubte ihre (durchaus leichtsinnig vergebene) Schuldenlast zu erleichtern, dafür aber die Keditgeber auf Kosten der Steuerzahler auf Heller und Pfennig ausgezahlt hat.

Alles in allem liefert er eine solide Grundlage für Diskussionen und weitere Lektüre sowie für eine eigene, fundierte Meinung.

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Bild 288
Jeff Cohen: Eine Leiche riskiert Kopf und Kragen

Samuel Hoenig ist ein ungewöhnlicher Mann, und er hat einen ungewöhnlichen Job: Er beantwortet Fragen jeglicher Art. Seine spezielle Persönlichkeit hilft ihm dabei, nahezu jede Antwort zu finden. Doch die Frage eines neuen Kunden entpuppt sich als besonders knifflig: »Wo ist der Kopf von Mrs. Masters-Powell?« Samuels Ehrgeiz ist geweckt. Gemeinsam mit seiner neuen Assistentin Ms. Washburn macht er sich auf die Suche. Als dann auch noch ein Mord geschieht, befindet sich Samuel plötzlich inmitten einer verzwickten Verschwörung ...

Wem die Romane um Dr. Siri gefallen haben wird sicherlich auch hier begeistert sein: eine wunderbar skurile Hauptperson, viel Situationskomik und verzwickte Fälle, aber eben keiner der üblichen Klamauk-Krimis.

Es macht einfach Spass in die Asperger-Welt dieses ungewöhnlichen Detektivs einzutauchen und seine durchaus ungewöhnliche Weltsicht zu erleben, zu sehen, wie er sich in einer für ihn nicht immer leicht verständlichen Welt zurechtfindet und welche Techniken er sich zugelegt hat um verschiedene Hürden zu umschiffen. Und nochwas ist mir sehr angenehm aufgefallen: die Polizei abreitet mit ihm zusammen und hört auf seine Theorien, im Gegensatz zu so vielen anderen Krimis, wo die Behörden den Privatermittler eher bekämpfen und ihn fernzuhalten versuchen.

Insgesamt: Wunderbar!

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Bild 287
Arne Ahlert: Moonatics

Die nahe Zukunft: Webdesigner Darian Curtis ist ein begeisterter Globetrotter, der schon so gut wie jedes Land der Erde besucht hat. Als er eines Tages ein beträchtliches Vermögen erbt, erfüllt er sich einen lang gehegten Traum: Da die Erde aufgrund des Klimawandels und wachsender Terrorgefahr sowieso kein angenehmer Ort mehr zum Leben ist, besteigt Darian kurzerhand eine Rakete und fliegt zum Mond, um dort drei Wochen entspannt Urlaub zu machen. Es ist der Beginn des größten und verrücktesten Abenteuers seines Lebens, denn auf dem Mond geht die Party erst richtig los ...

Endlich, endlich mal wieder ein richtig tolles Buch, das von mir aus endlos hätte weitergehen können! Originiell, witzig, abgefahren, schräge Typen, verschwurbelte Philosophie, böse Mächte, Spannung.... es ist einfach alles geboten in diesem Roman!

Klar hat man schon Bücher gelesen, in denen die Verhältnisse und das Leben im Weltraum oder eben dem Mond sehr viel realistischer und exakter dargestellt wurden. Aber das ist egal, immerhin bleibt Ahlert nahe genug an der Realität um mich nicht zu ärgern, und für die Story kommte es sowieso nicht so sehr auf die Physik und die realen Gegebenheiten auf dem Mond an.

Viel bedenklicher stimmt mich das relativ offene Ende: der Autor wird das doch hoffentlich nicht so stehen lassen! Zuviele ungeklärte Fragen, zuviele nicht gelöste Probleme, die ganze Geschichte auf Messers Schneide - eine Fortsetzung wäre Pflicht! Und ich hoffe mal schwer, dass diese auch schon fertig ist und ich bald wieder in diese Geschichte eintauchen kann!

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Bild 286
Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods
Eine Geschichte, die erzählt, wie besonders Freundschaft sein kann

Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konventionellsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können - er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und dass man immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat ...



Ein beeindruckendes und unterhaltsames Buch, und trotz des schwierigen Themas kommt auch der Humor nicht zu kurz, denn es gibt einige doch recht skurile Nebenfiguren und die etwas esoterisch angehauchten Mutter bringt Alex immer wieder in (für ihn) peinlichen Situationen.

So muß gute Unterhaltung aussehen!

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Bild 285
Marc Elsberg: HELIX - Sie werden uns ersetzen

Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden - von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und -tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem - noch inoffiziellen - privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin - nicht nur in München, sondern überall auf der Welt ...

Der dritte Roman von Marc Elsberg, und wieder ausgezeichnetes Lesefutter! Nach dem Stromnetz in Blackout und Facebook in Zero ist das Thema nun Genmanipulation, und wie gewohnt verlängert er den aktuellen Stand der Dinge nur wenig in die Zukunft. Was kann (und wird) alles passieren, was werden Menschen mit den Möglichkeiten anfangen und welche Konsequenzen werden sich daraus ergeben?

Natürlich überspitzt er die Situation wie üblich, aber andererseits haben wir ja auch jahrhundertelange Erfahrung damit, dass sich immer irgend welche gewissenlosen Einzele, Gruppen oder Firmen finden, die eine neue Entwicklung gnadenlos gegen die Allgemeinheit richten um sich selber einen Vorteil zu verschaffen.

Wirklich ein hervorragender Thriller der nicht nur Preston/Child oder Schätzing-Fans runtergehen wird wie Öl. Perfekt!

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Bild 284
Lars Simon: Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Göteborg. Der junge Unternehmensberater Lennart Malmkvist erbt überraschend den Zauber- und Scherzartikelladen seines Nachbarn, des alten Buri Bolmen. An das lukrative Erbe ist eine Bedingung geknüpft: Lennart muss den Laden ein Jahr lang weiterführen und sich um Bolmens übellaunigen Mops Bölthorn kümmern. Lennarts Skepsis legt sich schlagartig, als Bölthorn während eines Gewitters anfängt zu sprechen: Lennart sei verflucht - jedoch bringe er alle Voraussetzungen mit, Magier zu werden und gegen die bösen Mächte zu kämpfen. Am Ende behält Bölthorn tatsächlich recht. Und es geht um weitaus mehr als um schlichte Magie...

Das ist jetzt nicht das originellste Setting, das ich je gesehen habe: Junger Mann wird in die Welt der Zauberer hineingezogen, wo natürlich gerade das Böse sein Haupt erhebt und die Welt gerettet werden muss. Das kennt man ja aus vielen Büchern, ob nun Harry Potter, Taberna Libraria oder Die Flüsse von London .

Trotzdem haben wir hier einen witzigen, originellen und spannenden Auftakt zu einer neuen Serie, den ich uneingeschränkt empfehlen kann, denn der Roman liest sich wie Butter und macht richtig Spaß!

Wer also die angeführten Serien gerne gelesen hat findet hier ohne Zweifel prima Lesefutter.

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Bild 283
Marc Elsberg: Zero - Sie wissen, was du tust

Wer sich im Netz bewegt, für den gibt es kein Entkommen

London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten - und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones kann man sich nicht verstecken ...

Der zweite Roman von Marc Elsberg - und nach Blackout ein fast noch größerer Knaller.

Dieses mal geht es um Facebook (auch wenn die Firma hier anders heisst) und die unglaubliche Macht, die solche Dienste über ihre Nutzer haben.

Ähnlich wie in Blackout macht Elsberg dem Leser anhand einer atemlos spannenden Thrillerhandlung die Dimensionen klar, die das Phänomen Facebook inzwischen angenommen hat, sowie die schier unglaublichen Möglichkeiten, die Nutzer zu manipulieren und auszunutzen.

Das alles funktioniert völlig ohne erhobene Zeigefinger oder miesmacherei, lässt den Leser aber am Ende doch mit einem deutlich ausgeprägteren Bewusstsein zurück über das, was da gerade passiert.

Unbedingt lesen, auch wenn man nicht bei Facbook mitmacht!

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Bild 282
Steffen Kopetzky: Risiko

Geheimexpedition des Deutschen Reichs an den Hindukusch: Nach einem Plan des Orientkenners Freiherr Max von Oppenheim ziehen sechzig Mann mit der Bagdadbahn, zu Pferd und auf Kamelen durch Wüsten und Gebirge. Das Ziel: den Emir von Afghanistan und die Stämme der Paschtunen im Namen des Islam zum Angriff auf Britisch-Indien zu bewegen.

Der junge Marinefunker Sebastian Stichnote liegt mit seinem Schiff vor der Küste Albaniens. Aus der Enge der Giesinger Gerberei seiner Brüder hat ihn das Fernweh hinaus auf See und zur vielstimmigen Funktechnik gezogen. Diese gibt ihm das Gefühl, mit dem ganzen Kosmos in Kontakt zu stehen. Als der Erste Weltkrieg beginnt, muss die unterlegene deutsche Flotte durchs Mittelmeer nach Konstantinopel fliehen. Stichnote hat es nach den ersten Seegefechten eilig, sein Schiff so schnell wie möglich zu verlassen und schließt sich als Funkoffizier einer geheimen Expedition nach Kabul an. Ihre Reise führt sie nach Syrien, Bagdad, Teheran, Isfahan und schließlich durch die persische Wüste. Am Ende hängt der Erfolg der Expedition von Stichnote ab, der mit allem brechen muss, was ihm einst heilig war.

Endlich mal wieder ein historischer Roman, der es wert ist, gelesen zu werden! Spannend, abenteuerlich und kenntnisreich spielt er mit historischen Tatsachen und verwebt sie gekonnt mit erfundenen Geschichten. Wohl eher ein "Männerbuch" mit einem Hauch Karl May und einem doch ziemlich iritierenden Ende, das zu weiteren, eigenen Recherchen zum Thema geradezu herausfordert!

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Bild 280
Vea Kaiser: Makarionissi oder Die Insel der Seligen

Von Griechenland bis in die österreichische Provinz. Von den Fünfzigerjahren bis in die Gegenwart. In ihrem neuen Roman erzählt Vea Kaiser in ihrem einzigartigen Ton von einer unvergesslichen Familie, die auseinandergerissen wird, um zusammenzufinden.Alles beginnt mit einem vom Krieg entzweiten Dorf an der griechisch-albanischen Grenze. Mit Yiayia Maria, einer Großmutter und Kupplerin par excellence, die keine Intrige scheut, um den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. Und mit der klugen, sturen und streitbaren Eleni und ihrem Cousin Lefti, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden. Doch dann deutet Yiayia Maria die Zeichen falsch und stürzt damit gleich mehrere Generationen ihrer Familie ins Unglück ...

Mit hinreißender Tragikomik und großer Fabulierkunst entfaltet Vea Kaiser die turbulente Geschichte einer griechischen Familie über vier Generationen, die ihre Spuren an vielen Orten hinterlässt: In einer niedersächsischen Kleinstadt wird die Erotik der deutschen Sprache entdeckt. In der österreichischen Provinz sehnt sich ein skurriler Schlagerstar nach der Frau, die er vor vierzig Jahren verlor. In einer Schweizer Weltstadt macht ein liebeskranker Koch dank pürierter Insekten Karriere. Und auf einer Insel namens Makarionissi sucht ein arbeitsloser Gewerkschaftsführer verzweifelt seinen Ehering, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen.

Furios, witzig und liebevoll: ein Roman über die Schönheit des Lebens als Postkartenmotiv, über Sehnsucht und Neuanfänge. Und über die große Liebe, die man mehrmals trifft.

Blasmusikpop war ja schon mein erklärter Liebling - und "Makarionissi oder Die Insel der Seligen" steht dem in nichts nach! Vea Kaiser ist wirklich eine der tollsten neue Autorinnen der letzten Jahre. Das Buch liest sich weg wie nichts, da es ebenfalls wieder in den 50er Jahren beginnt, bis in die Gegenwart reicht und die Geschichte von vier Generationen umfasst. Damit ist schon vorgegeben, dass die Geschichte sehr schnell voran kommt und wegen der feinen Ironie, die Vea Kaiser zu Eigen ist, jederzeit sehr gut lesbar bleibt.

Lesefutter vom feinsten!

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Bild 279
Nicholas Christopher: Eine Reise zu den Sternen

Der große Familien-, Liebes- und Kriminalroman Zu seinem zehnten Geburtstag wird Loren von seiner Ziehtante Alma ins New Yorker Planetarium eingeladen. Am Ende der Vorstellung wird er von einer Fremden mit einer wartenden Limousine entführt. Er landet bei dem schwerreichen Junius Samax in einem luxuriösen Hotel in Las Vegas. Dort wächst Loren unter dem Namen Enzo in unendlichem Reichtum auf, während Alma die Welt durchstreift. 15 Jahre später findet sie ihn wieder - und er ist dem Geheimnis seiner Herkunft so nah wie nie zuvor ...

Ein tolles Buch! Erzählt wird die Lebensgeschichte von zwei Menschen, von denen zumindest eine durch die Ereignisse ziemlich aus der Bahn geworfen wird.

Es ist spannend und unterhaltsam, den beiden über die Jahre zu folgen, vor allem, weil sich immer mal wieder Gelegenheiten ergeben, bei denen sie sich *fast* treffen, sich dann aber doch immer wieder knapp verpassen.

Besonders spannend wird die Geschichte am Schluß, wenn die Gründe für die ganze Sache aufgeklärt werden.

Eine runde, spannende und doch "literarisch wertvolle" Geschichte, die mir von allen Bücher, die ich von Nicholas Christopher gelesen habe, am besten gefallen hat. Das spricht übrigens in keiner Weise gegen diese, eigentlich kann man jeden Roman von ihm nachdrücklich empfehlen!

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Bild 278
Tad Williams: Bobby Dollar

Ich bin begeistert! Und trotzdem lasse ich den Inhalt erstmal vom Verlag erzählen: Wenn sich Engel und Teufel, die Anwälte des Himmels und der Hölle, in die Haare kriegen, werden die schlimmsten Befürchtungen wahr. Viel schlimmer, als man es sich auf der Erde vorzustellen vermag - aber auch unendlich viel komischer. Neben seinen Geschäftsreisen zu den Opfern von Autounfällen, zu plötzlich an einer Herzattacke Verstorbenen treibt Bobby Dollar sich viel in himmlischen Bars und Vergnügungslokalen herum ... Alles geht seinen gewohnten Gang, bis eines Tages die Seele eines Toten verschwunden ist. Hat »die andere Seite« sie gestohlen - der Anwalt der Hölle? Waren es Hintermänner im Himmel? Ein neues Kapitel im Krieg zwischen Himmel und Hölle beginnt, und der Engel Bobby steckt mittendrin ...

Das hört sich doch mal sehr nach Fantasy an, ein Genre, mit dem ich normalerweise nicht so furchtbar viel anfangen kann. Aber mit diesem Buch komme ich wunderbar klar, denn es erinnert auch sehr stark an die Krimis der "schwarzen Serie": knallharte, coole Detektive, schöne, undurchschaubare Frauen, die Straßen von Kalifornien..... dazu ein unvergleichlich schnodderiger, witziger Erzähstil und eine Story, die komplex, überraschend und vor allem spannend zu werden verspricht. Kurzum: ein klasse Buch!

Nachtrag zum Erscheinen der Taschenbuchausgabe:

Alle Versprechen wurden gehalten! Nachdem ich nun alle 3 Bände gelesen habe, bin ich immer noch begeistert. Die Geschichte geht genau so schnell, frech und fesseln weiter wie es der erste Band versprochen hatte.

Zudem ist nun klar, dass die ersten 3 Bände noch nicht alles waren. Diese sind zwar erstmal in sich abgeschlossen, aber es sind noch nicht alle Rätsel geklärt, so dass man auf (mindestens) eine weitere Trilogie hoffen kann.

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Bild 275
Eli Brown: Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel

Der junge Koch Owen Wedgwood sieht sich vor eine unmögliche Wahl gestellt: Auf ein Piratenschiff entführt, kann er entweder jeden Sonntag ein Gourmet-Menü für die Kapitänin Mad Hannah Mabbot zaubern oder mit den Haien um die Wette schwimmen. Doch an Bord gibt es kaum geeignete Zutaten. Um an die heranzukommen, muss er sich wohl oder übel mit der eigenwilligen Crew auseinandersetzen - und die hält so einige Überraschungen für ihn bereit.

Ein sehr unterhaltsamer kleiner Roman - ich habe mich endlich mal wieder rundum gut unterhalten. Owen ist eine sehr sympathische, gewitzte Hauptperson und ein genialer Koch. Die Geschichte ist schnörkellos erzählt, die Handlung kommt schnell voran und ist daher sehr spannend. Man könnte schon behaupten, dass dieser Roman zu dünn ist, denn das Thema hätte durchaus Stoff für ein doppelt so dickes Buch hergegeben, aber wer weiß, ob das das dem Lesevergnügen tatsächlich zugute gekommen wäre.

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Bild 274
Antonia Hodgson: Das Teufelsloch

England 1727. Tom Hawkins will lieber verdammt sein, als Landpfarrer zu werden wie sein Vater. Er liebt die Frauen, das Bier und das Glücksspiel - und landet eines Nachts im berüchtigten Londoner Schuldgefängnis »The Marshalsea«. Schnell erkennt Tom, dass in diesem »Teufelsloch« nur überlebt, wer sich nützlich machen kann: Er verdingt sich als Ermittler in einem hinterlistigen Gefängnismord - eine Idee, an der sein düsterer Zellengenosse Fleet sogleich Gefallen findet. Doch Tom ist auf der Hut, gilt Fleet doch selbst bei den abgebrühtesten Bütteln des Marshalsea als Ausgeburt der Hölle...

Ein spannender, fast erschütternder historischer Krimi: es ist einfach unvorstellbar, unter welchen Umständen Schuldner im England des 18. Jahrunderts leben mussten. Und doch hat Antonia Hodgson das alles anhand alter Aufzeichnungen ganz genau recherchiert und erforscht, sie hat hier nichts einfach nur erfunden.

Vor diesem Hintergrund spielt sich nun allerdings ein ausgewachsener Krimi ab: ein mysteriöser Mord, Intriegenspiele und Koruption. Wunderbares Lesefutter!

Hier noch ein paar andere Stimmen zu diesem Buch, denn ich bin nicht der einzige begeisterte Leser:

»Ein historischer Thriller, der besser nicht sein könnte - großartig!« Jeffery Deaver

»So gut, dass man sich fragt, ob Antonia Hodgson selbst im »Marshalsea« gesessen hat - das wird ein Renner!« Historical Novel Society

»Wirklich etwas ganz Neues auf dem Feld historischer Thriller!« Daily Express

»Ein brillantes Debüt, das den Gestank und die brodelnde Atmosphäre des Gefängnisses meisterhaft einfängt.« The Times

»Hodgson macht die Verzweiflung im Schuldgefängnis körperlich spürbar und streut geschickt Hinweise auf die Lösung des Rätsels.« PW Starred Review

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Bild 273
Gregg Hurwitz: Orphan X

Endlich mal wieder ein Triller, der den Namen auch verdient! Den Inhalt lasse ich mal wieder vom Verlag zusammenfassen: 1. Gebot: Keine voreiligen Schlüsse

Seine Nachbarn halten Evan Smoak für einen harmlosen Verkäufer von Industriereinigern. Dabei ist er eine der tödlichsten und geheimsten Waffen der US-Regierung: ein Absolvent des Orphan-Programms, in dem Waisenkinder zu hocheffizienten Killern ausgebildet wurden.

4. Gebot: Es ist nie persönlich

Nach Jahren des Mordens im inoffiziellen Regierungsauftrag, ist Evan in den Untergrund gegangen. Er hilft nun den Verzweifelten, die mit ihren Problemen nicht zur Polizei gehen können - mit allen Fähigkeiten, die ihm zur Verfügung stehen. Dabei hält er sich strikt an seine eigenen Gebote. Doch diesmal bricht er eine der Regeln und sein Auftrag entwickelt sich zur Katastrophe. Nun muss er gegen ein Gebot nach dem anderen verstoßen, damit das allerwichtigste unangetastet bleibt:

10. Gebot: Lasse niemals einen Unschuldigen sterben

Der "Nowhere-man" ist cool, effizient und gnadenlos, wenn er erst mal sicher ist, dass er einen der wirklich Üblen vor sich hat. Er lebt und arbeitet nach sehr genau festgelegten Regeln, denn immerhin ist er ein abtrünniger Spezialagent, der auf der halben Welt als Terrorist gesucht wird. Aus seiner Zeit bei der Regierung verfügt er noch über praktisch unbegrenzte Mittel, und seine Ausbildung macht es ihm leicht, unentdeckt zu bleiben. /p>

Doch eines Tages ändert sich alles: er übernimmt einen neuen Fall, und trotz aller Vorsicht und akribischen Recherche wird er in eine Falle gelockt......

Einfach nur tolles Lesefutter mit einer gut erzählten Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen. Leider, leider aber auch wieder mal der Auftakt zu einer Serie. Immerhin kann das Buch auch sehr gut für sich alleine stehen, es gibt zwar Andeutungen, wie es wetergehen wird, aber die Story ist erstmal in sich abgeschlossen und der Leser damit zufrieden.

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Bild 272
Neil Gaiman: Der Ozean am Ende der Straße

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen - Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem neuen Roman von der übergroßen Macht von Freundschaft und Vertrauen in einer Welt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Ein wirklich schönes Buch. Ein Mann auf den Spuren seiner Vergangenheit erzählt seine Geschichte, von der er selber nicht mehr ganz sicher ist, ob er sie wirklich so erlebt hat oder ob sie seiner Fantasie als damals kleinem Jungen entsprungen ist. In einer sehr schönen, klaren Sprache erzählt und wirklich spannend!

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Bild 271
Stefan Seitz: Das Unkrautland

Manchmal lese ich ja auch Kinderbücher, wenn sie originell genus aussehen. Dieses ist so eines, Lesealter ab 10 Jahren:

Primus lebt in einem Turm am Ende des Finsterwaldes. Er kann sich, wann immer er will, in eine Fledermaus verwandeln und fliegt dann gerne rüber nach Klettenheim, um in der Bäckerei Kuchen zu stibitzen. Bei einem seiner Ausflüge trifft Primus auf die Hexe Plim. Mit ihr zusammen macht er sich auf die Suche nach einer geheimnisvollen Mondsichel. Und ehe er sich versieht, steckt Primus mitten in einem gefährlichen Abenteuer - Auge in Auge mit dem finsteren Ruven Rabenstein.

Eine wundervolle Geschichte - die hat mich so gepackt, dass ich gleich alle drei Teile der Trilogie hintereinander weggelesen habe, und ich gehöre ja nicht gerade zur Zielgruppe.

Die Bücher sind wirklich originell, spannend und auch witzig - wunderbares Lesefutter, nicht nur für Zehnjährige....

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Bild 266
Kevin Hearne: Die Chronik des Eisernen Druiden

Atticus O'Sullivan führt ein scheinbar friedliches Dasein in Arizona. In seinem Laden bekommt man alles, was man eben so brauchen kann. Nachbarn und Kunden halten ihn für einen netten, tätowierten jungen Mann. Tatsächlich ist Atticus aber nicht 21, sondern über 2.100 Jahre alt: Er ist der letzte lebende Druide. Seine übermenschlichen Kräfte zieht er direkt aus der Erde und außerdem besitzt er ein unsagbar scharfes magisches Schwert namens Fragarach. Zu Atticus' Unglück aber ist eine überaus erzürnte keltische Gottheit hinter genau diesem Schwert her. Und sie hat es auf Atticus' Leben abgesehen ...

Und noch eine Fantasy-Serie die mich gefangen hält.....

Atticus ist ein ziemlich cooler Typ mit einem ganzen Haufen Probleme. Darum hat er sich auch in den USA niedergelassen, was ihm einen gewissen Abstand zu den alten Göttern und Wesenheiten verschafft, die ganz schön sauer sind weil er vor langer, langer Zeit einem von ihnen ein magisches Schwert weggschnappt hat.

Aber nichts hält ewig, irgendwann wir er doch entdeckt und die Probleme fangen an.

Die Story spielt vollständig in unserer Welt und in unserer Gegenwart, die zwar von Hexen, Werwölfen usw bevölkert ist, die sich aber wie Atticus sehr darum bemühen nicht aufzufallen. Trotzdem lassen sich die diversen Kämpfe zwischen ihnen nicht immer ganz verbergen, so dass unser Druide auch öfter mal mit der Polizei in Konflikt gerät. Das lässt sich zwar dank magischer Fähigkeiten verhältnismäßig leicht beheben, macht sein Leben aber trotzdem nicht gerade einfacher.

Zudem läuft in der Götterwelt ein undurschaubares Ränkespiel, bei dem mehrere Parteien versuchen ihn als Schachfigur für ihre Pläne einzusetzen. Er merkt das natürlich schnell, um dem zu entgehen sollte er allerdings die entsprechenden Pläne auch durchschauen und das ist leichter gesagt als getan. Wem kann man trauen und wem nicht? Das ist nicht immer leicht zu sagen.....

Ziemlich originelles und spannendes Lesefutter, durchaus auch für Leser geeignet die ansonsten eher keine Fantasy-Fans sind.

Nachtrag 2017: inzwischen sind 6 Bände der Serie erschienen, und ich muss sagen: gigantisch! Die Geschichte hält alles, was der erste Band schon versprochen hat, und noch mehr. Meine Lese-Empfehlung wird also noch dringender!

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Bild 265
Peter von Matt: Die Intrige

Seit Adam und Eva gehören Intrigen zu unserer Zivilisation. Mit souveränder Leichtigkeit führt uns Peter von Matt ihre zahlreichen Facetten anhand von wunderbaren Beispielen aus der Weltliteratur vor: das Kuckucksei und das Trojanische Pferd, Lady Macbeth, der durchtriebene Fuchs, Mr. Ripley und viele mehr. Es geht um die Täter, ihre Helfer und die Opfer, das Wesen der Intrige und das ihres Hauptakteurs: des Menschen.

Ein außerordentlich lehrreiches Buch: im Grunde ein Parforce-Ritt durch die Literaturgeschichte. Keinem anderen verdanke ich mehr Erkenntnisse über Struktur und Aufbau literarischer Werke.

Das Buch ist keine leichte Unterhaltung sondern sehr kenntnisreich und dicht geschrieben, ich habe es in kleinen "Häppchen" gelesen. Das bietet sich auch an, da die einzelnen Kapitel in sich recht geschlossen sind und ich daher nach jedem eine Pause einlegen konnte. Später findet man dann problemlos wieder den Anschluss.

Ein tolles Buch, trotz aller fundierter Sachkenntnis in keiner Weise "trocken" oder langweilig!

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Bild 263
Tim Marshall: Die Macht der Geographie

Weltpolitik ist auch Geopolitik. Alle Regierungen, alle Staatschefs unterliegen den Zwängen der Geographie. Berge und Ebenen, Flüsse, Meere, Wüsten setzen ihrem Entscheidungsspielraum Grenzen.

Um Geschichte und Politik zu verstehen, muss man selbstverständlich die Menschen, die Ideen, die Einstellungen kennen. Aber wenn man die Geographie nicht mit einbezieht, bekommt man kein vollständiges Bild.

Zum Beispiel Russland: Von den Moskauer Großfürsten über Iwan den Schrecklichen, Peter den Großen und Stalin bis hin zu Wladimir Putin sah sich jeder russische Staatschef denselben geostrategischen Problemen ausgesetzt, egal ob im Zarismus, im Kommunismus oder im kapitalistischen Nepotismus. Die meisten Häfen frieren immer noch ein halbes Jahr zu. Nicht gut für die Marine. Die nordeuropäische Tiefebene von der Nordsee bis zum Ural ist immer noch flach. Jeder kann durchmarschieren.

Russland, China, die USA, Europa, Afrika, Lateinamerika, der Nahe Osten, Indien und Pakistan, Japan und Korea, die Arktis und Grönland: In zehn Kapiteln zeigt Tim Marshall, wie die Geographie die Weltpolitik beeinflusst und beeinflusst hat.

Ein sehr unterhaltsames und trotzdem lehrreiches Buch! Auf sehr angenehme Art und Weise gibt uns Marshall einen Überblick über die geographischen Gegebenheiten, die bis zum heutigen Tag eine große, wenn nicht sogar entscheidende Rolle in der Weltpolitik spielen.

Das schöne an diesem Buch ist die Tatsache, dass er tatsächlich das groß Bild zeigt: nicht die tagesaktuelle Politik, sondern die historischen Wurzeln der heutigen Welt und ihrer Staaten steht im Mittelpunkt. Dieser Blickwinkel hilft gerade darum dabei, die aktuellen Entwicklungen besser zu verstehen und zu bewerten, denn trotz aller modernen Technik sind es immer wieder die geographischen Gegebenheiten, die die Befindlichkeiten und die Politik vieler Nationalstaaten bestimmen.

Genau das ist der große Verdienst Marshalls: die Augen zu öffnen für die Faktoren, die schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden eine Zentrale Bedeutung in der Geschichte der Menschheit und ihrer Staaten gespielt haben und die nach wie vor weder verschwunden sind noch je verschwinden werden.

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Bild 256
Royce Buckingham: Die Karte der Welt

Ein junger Kartograph. Er zeichnet mit Blut und verändert die Welt.

Das Königreich Abrogan wird im Norden durch den Schleier begrenzt. Noch niemand, der ihn durchschritten hat, ist je zurückgekehrt. Als der junge Schweinehirte Wex wegen seines Zeichentalents aufgefordert wird, bei der Vermessung der Grenze zu helfen, freut er sich, sein ärmliches Dorf zu verlassen. Doch dann stellt sich heraus, dass er mit seinen Strichen auf der Landkarte den Schleier zurückdrängt. Dahinter wartet ein Land voller Abenteuer, neuer Gefährten - und ein alter, von Rachegedanken zerfressener Feind.

Schon wieder Fantasy - ich werde scheinbar auf meine alten Tage noch Fan. Aber was will man machen, der Roman ist einfach klasse - spannend, originell und mit glaubwürdigem Personal. Besonders gefallen hat mir, dass, anders als in vielen anderen Fantasyromanen, die Welt nicht so einfach schwarz/weiss ist, sondern dass es viele Abstufungen gibt. Selbst das Reich, das die Expedition ausgesandt hat, scheint nicht unbedingt besonders sympathisch zu sein.

Insgesamt: prima Unterhaltung!

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Bild 254
Neal Stephenson: Amalthea

Was für ein Buch! Fast bin ich versucht, es ein "Epos" zu nennen, so eine gewaltige Spannweite hat diese Story!

Neal Stephenson beginnt seine Erzählung in der Jetztzeit: eines Tages bricht der Mond ohne ersichtlichen Anlass in 9 Teile, die dann auf der alten Mond-Umlaufbahn weiter um die Erde kreisen. Alles nicht so schlimm erst mal: es gibt weiterhin Gezeiten usw., da sich an der Masse ja nicht viel geändert hat. Sehr schnell wird aber klar, dass das nicht so bleiben wird: die Trümmer kollidieren untereinander, je mehr es davon gibt, desto mehr Zusammenstöße gibt es, kurzum, ein exponentiell wachsender Prozess kommt ins rollen, der nur auf eine einzige Art enden kann: das Mondgestein wird so weit zerbröselt, dass ab einem recht gut zu berechnenden Zeitpunkt Milliarden und Abermilliarden Trümmer auf die Erde stürzen werden, die Atmosphäre wird sich immer weiter erhitzen bis alles brennbare in Flammen aufgeht und der größte Teil des Wassers auf der Erde verdampft sein wird. Und dieser "harte Regen" wird mehrere tausend Jahre anhalten, eine Erde ohne atembare Atmosphäre und ohne Wasser hinterlassen - und in nur zwei Jahren beginnen...…

Stephenson konzentriert sich nun vor allem auf die Ereignisse rund um die internationale Raumstation, die fast der entspricht, die wir auch heute kennen - der einzige Unterschied besteht in "Amalthea", einem kleinen Asteroiden aus Nickel und Eisen, an den die Raumstation angedockt ist um Erfahrungen mit dem Bergbau im Weltraum zu sammeln.

Nun fließen alle Kräfte der Menschheit in das Projekt, soviel Material, Wissen und know how in die Umlaufbahn zu schaffen. Ehrgeizige Projekte werden gestartet: eine ganze Wolke von kleinen Habitaten soll gebaut werden, in der tausende von Menschen den Weltuntergang überleben sollen.

Aber natürlich geht das nicht alles so glatt wie geplant, Menschen sind und bleiben halt Menschen, so dass es bald Streit gibt und so einiges aus dem Ruder läuft. Am Ende läuft es dann darauf hinaus dass nur 7 Menschen überleben und es schaffen sich eine halbwegs sichere Basis zu schaffen - und alle sind Frauen.

Zum Glück hatte man aber so weit mitgedacht, ihnen ein hochmodernes, bestens ausgestattetes Genlabor zusammen mit einer genialen Gentechnikerin mitzugeben, und allen Akteuren war immer klar, dass diese Frau mit ihrem Labor das wichtigste ist was sich in der Umlaufbahn befindet und es daher immer gehütet wie ihren Augapfel.

Somit ist die Menschheit mal wieder an einem Flaschenhals angekommen: alles Menschen der Zukunft werden von genau diesen sieben Frauen abstammen, denn wenn man weiß wie es gemacht wird braucht frau nicht unbedingt einen Mann, um schwanger zu werden. Nun folgt der Sprung und die Geschichte geht 5000 Jahre später weiter - die Umlaufbahn ist mit mehreren Milliarden Menschen bevölkert, die den Weltraum zu ihrer Heimat gemacht haben und ein insgesamt ziemlich gutes Leben führen. Sie haben sogar die umher schwirrenden Mondtrümmer beseitigt, somit den "harten Regen" beendet und mit der Wiederbelebung der Erde begonnen. Da stellt sich eines Tages heraus, dass noch andere Menschen die Katastrophe in Bergwerken und UBooten überlebt haben.…

Stephenson wäre nicht Stephenson, wenn er diese Geschichte in der Art der üblichen Katastrophenliteratur erzählt hätte. Natürlich muss er einiges vereinfachen - ich halte es für recht unwahrscheinlich, dass die Menschen auf der Erde, die wissen, dass sie in 2 Jahren garantiert tot sein werden, einfach so weitermachen wie gehabt und freudig an Rettungsplänen mitarbeiten, die weder ihnen selbst noch ihren Kindern zu gute kommen können. Darum geht es aber auch nicht wirklich - der Schwerpunkt liegt im Weltraum und dem, was dort geleistet wird, wobei jede Menge an Raumfahrtwissen, Orbitalmechanik usw. vermittelt wird.

Das kann man durchaus mit den Büchern von Frank Schätzing vergleichen, die ja auch in einer ähnlichen Dicke und Ausführlichkeit daher kommen. Die Geschichte entwickelt sich nicht schnell, die Verhältnisse unter den Astronauten sind kompliziert, viele Dinge gehen schief. Es handelt sich hier nicht einfach um ein Katastrophen-Szenario, es läuft eher darauf hinaus, dass selbst das größte Unglück am Ende ein Vorteil sein kann, der der Menschheit einen Weg in eine neue und womöglich bessere Zukunft eröffnet, die er dann im dritten Teil auch skizziert.

Ich bin ja sowieso voreingenommen, was Neal Stephenson angeht: mir hat bisher fast jedes seiner Bücher so gut gefallen, dass ich es mehr als einmal gelesen habe, und das wird auch bei diesem wieder der Fall sein. Es enthält einfach viel zu viel Fakten, Handlungsstränge, Nebenhandlungen, um sich beim ersten Lesen schon vollständig zu erschließen. Dafür ist es dann doch zu spannend, beim ersten Durchlauf kommt es auf Geschwindigkeit an, man will wissen, wie das alles ausgeht.

Erst wenn das geklärt ist kann man sich auf die Feinheiten konzentrieren, und das macht bei seinen Bücher eben auch beim dritten oder vierten lesen noch Spaß.

Um es also nochmal in aller Deutlichkeit zu sagen: wer gerne Frank Schätzing liest oder vom "Marsianer" fasziniert war, sollte hier unbedingt zuschlagen!!!

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Bild 246
Stephen Blackmoore: Stadt der Vergessenen

Joe Sunday gehört schon lange zum Abschaum von Los Angeles. Doch sein Leben wird noch wertloser, als er vom Rivalen seines Gangsterbosses umgebracht wird und als Untoter zurückkehrt. Da sein Körper nun zu verfallen droht, besteht Joes einzige Hoffnung darin, einen mystischen Stein zu stehlen, der ihm wahre Unsterblichkeit verleihen kann.

Also bin ich auch mal bei einem Zombie-Roman gelandet, hätte ich nicht von mir gedacht! Dieser spezielle hat mir aber gewaltig viel Spass gemacht, obwohl er natürlich jede Menge Splatter- und Gewaltszenen enthält. Nur nimmt er sich einfach nicht so richtig ernst, und das macht die ganze Sache dann doch wieder originell und unterhaltsam. Joe Sunday ist wirklich ein cooler und kaltschäutziger Typ, und das nicht erst, seit er tot ist! Aber seit dem kommt er erst richtig in Fahrt.....

So, wie die Geschichte angelegt ist, hoffe ich doch tatsächlich auf Fortsetzungen.

Natürlich ist das bei weitem keine hohe Literatur, aber dafür prima Unterhaltung für den Baggersee oder die Hängematte. Ein Buch, das man einfach so in einem Haps verschlingt. Nicht mehr und nicht weniger!

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Bild 241
Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume

Ein neuer Blick auf alte Freunde

Erstaunliche Dinge geschehen im Wald: Bäume, die miteinander kommunizieren. Bäume, die ihren Nachwuchs, aber auch alte und kranke Nachbarn liebevoll umsorgen und pflegen. Bäume, die Empfindungen haben, Gefühle, ein Gedächtnis. Unglaublich? Aber wahr! - Der Förster Peter Wohlleben erzählt faszinierende Geschichten über die ungeahnten und höchst erstaunlichen Fähigkeiten der Bäume. Dazu zieht er die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso heran wie seine eigenen unmittelbaren Erfahrungen mit dem Wald und schafft so eine aufregend neue Begegnung für die Leser: Wir schließen Bekanntschaft mit einem Lebewesen, das uns vertraut schien, uns aber hier erstmals in seiner ganzen Lebendigkeit vor Augen tritt. Und wir betreten eine völlig neue Welt ...

Ein wunderbares Buch, sehr kenntnisreich und überraschend, aber trotzdem sehr angenehm, fast spannend zu lesen. Der Klappentext verspricht wahrlich nicht zu viel: ich habe tatsächlich jede Menge Neues über Bäume und Wald erfahren und nun begriffen, dass es tatsächlich einen riesigen Unterschied gibt zwischen einem echten "Urwald", bei dem sich der Mensch über Jahrhunderte nicht einmischt, und noch so sorgfältig gepanten, behutsam bewirtschafteten gepflanzten Wäldern.

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Bild 239
Constantin Gillies: Das Objekt - Ein Fall für Schröder

Bei Computerforensiker Schröder läuft die Festplatte heiß. Zum einen ist da seine neue Kollegin Harriet - klug und sexy wie Star-Trek-Schönheit Seven of Nine. Zum anderen ermittelt er in einem mysteriösen Mordfall: Ein Nerd wurde erschossen, sein Rechner zerstört. Mit einem Trick gelingt es Schröder und Harriet, die Daten zu retten. Dabei finden sie zahlreiche Bilder des Mondes, die das Opfer für die NASA restauriert hat. Was hat der Tote auf den Mondfotos entdeckt, das er nicht sehen durfte? Eine Spur führt Schröder und Harriet ins pulsierende Las Vegas und dort von einer brenzligen Situation in die nächste ..

Wirklich köstlich - witzig, spannend und originell erzählt. Und so wie die Geschichte angelegt ist, kann man auch noch auf Fortsetzungen hoffen! Ein wenig Verständnis für Computer sollte man allerdings schon mitbringen, sonst erschließen sich viele der flapsigen Bemerkungen des bekennenden Nerds Schröder nicht so ganz - allerdings sollte es schon ausreichen, wenn man als Jugendlicher gerne und viel gespielt hat, "Experte" muß man dann auch wieder nicht sein!

Rundherum gelungene Unterhaltung!

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Bild 235
Kevin Barry: Dunkle Stadt Bohane

Die einst bedeutende Stadt Bohane an der irischen Westküste liegt darnieder. Es herrschen Gewalt und Chaos, die Clans sind gespalten. Auch wenn noch ein wenig vom alten Glanz geblieben ist, findet das eigentliche Leben in den Slums und verwahrlosten Wohnblocks von Smoketown statt. Scheinbar seit Ewigkeiten steht alles unter der Kontrolle von Logan Hartnett, dem adretten Paten der Hartnett-Fancy-Gang. Aber es liegt Ärger in der Luft. Gerüchte gehen um, dass Logans Erzfeind Gant Broderick nach fünfundzwanzig Jahren zurück in der Stadt ist, und seine Schergen entwickeln auf einmal ihren ganz eigenen Ehrgeiz. Und Logans bessere Hälfte macht ebenfalls Probleme......

Einfach genial! Mal wieder ein Buch, wie ich eigentlich noch nie eins gelesen habe - eine sehr befremdliche Sprache, die zuerst verwirrt, aber dann ganz schnell fasziniert und einen am Schluß nicht mehr los läßt.

Ein Erzähler, der zwar dazugehört und mitten im Getümmel lebt, praktisch aber weitestgehend unsichtbar bleibt und nur erzählt, nicht aber bewertet und so gar nichts über sich selber preis gibt.

Eine Geschichte, die atemlos schnell voranschreitet, die Ereignisse oft nur schlaglichtartig erhellt, und trotzdem voller Poesie ist.

Figuren, die lange undurchschaubar bleiben, auf jeden Fall Verbrecher sind, aber einem trotzdem schnell ans Herz wachsen.

Eine Stadt und eine Zeit, die eigentlich immer im Unbstimmten bleiben, obwohl im Zuge der Erzähung manches aufgeklärt wird, sehr vieles aber einfach unerzählt im Dunkeln bleibt.....

Zum Schluß sei noch der Autor aus seinem Nachwort zitiert:"Bei dem Roman handelt es sich um eine Art Neo-Western - sämtliche Charaktere entsprechen archetypischen Figuren des klassischen Westerns. Und er ist seinem Wesen nach innovative Literatur, die zugleich großartige Unterhaltung bieten soll. Der Roman ist antirealistisch, auf Kicks angelegt und - vielleicht am wichtigsten -, er ist eine Komödie" Was soll ich dazu noch gross sagen - es ist ihm grandios gelungen!

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Bild 231
Franz-Olivier Giesbert: Ein Diktator zum Dessert

Der Klappentext hat mich zuerst mal gehörig erschreckt:

Politisch unkorrekt, humorvoll und geistreich
Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.


Da denkt man doch gleich, man hat mal wieder einen Abklatsch vom Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand vor sich.

Zum Glück habe ich es trotzdem gelesen, denn es ist wirklich eine völlig eigenständige Geschichte. Hier wird wahre, gelebte Historie erzählt, und die Ereignisse die diese Frau durch- und überlebt lassen an Tragik und Dramatik nichts vermissen. Trotzdem verfällt sie nie in Selbstmitleid sondern wehrt sich nach Kräften, so dass sie nun, wo sie zum ersten mal ihre Geschichte erzählt in einer Position angelangt ist, wo sie nichts mehr erschüttern oder ängstigen kann, sie hat einen staubtrockenen Humor und eine fast zynische Weltsicht entwickelt.

So ist das Buch trotz aller Tragik keine depressive Lektüre geworden sondern eines, das einem vielleicht sogar Mut und Hoffnung geben kann.

Tolle Lektüre!

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Bild 230
Ulrich Hefner: Blutinsel

Eine einsame Insel vor der Küste Maines, eine mysteriöse Mordserie und eine alte Legende ...

Detective Cathy Ronsted und ihr Kollege Brian Stockwell werden auf die einsame Insel Hell's Kitchen im Golf von Maine gerufen, um eine mysteriöse Mordserie aufzuklären. Doch die Inselbewohner, verstrickt in Aberglauben und eine schuldhafte Vergangenheit, begegnen ihnen abweisend, ja feindlich. Während die Ermittlungen ins Stocken geraten, fliehen auf dem amerikanischen Festland, 300 Meilen entfernt, vier Schwerverbrecher aus einem Gefängnis. Sie hinterlassen eine Spur aus Blut und Gewalt, die schließlich nach Hell's Kitchen führt ...

Mal wieder ein typischer Hefner - sehr viel origineller und unterhaltsamer als der Klappentext vermuten lässt. Wie auch schon bei seimen Roman Mutiert hört sich dieser nach einer 08/15-Krachbumm-Geschichte an und kommt dann auf sehr angenehme Art um einiges komplexer und glaubwürdiger daher.

Auch hier klappt das wieder: die Handlung ist in mehrere Stränge aufgeteilt, die sich dann am Ende treffen, die Personen sind durchweg glaubwürdig und eben nicht klischeehaft überzeichnet, und die Spannung bleibt bis zuletzt erhalten.

Rundum angenehme, spannende und unterhaltsame Lektüre!

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Bild 223
Daniel Suarez: Control

1969 eroberte der Mensch den Mond. Und was ist die größte Errungenschaft unseres Jahrhunderts? Facebook? Was wurde aus den Visionen der Vergangenheit? Warum gibt es keine großen Erfindungen mehr?

Als dem Physiker Jon Grady die Aufhebung der Schwerkraft gelingt, hofft er auf den Nobelpreis. Doch statt Gratulanten kommen Terroristen, Grady stirbt. Das melden zumindest die Medien. Tatsächlich erwacht der Wissenschaftler in Gefangenschaft: Das hochgeheime «Bureau of Technology Control» entführt seit Jahrzehnten die brillantesten Wissenschaftler. Zum Schutz der Menschheit, angeblich, denn für Kernfusion und andere Erfindungen sei der Homo Sapiens noch nicht weit genug. Für die Gefangenen gibt es nur eine Wahl: Entweder Kooperation - oder eine türlose Zelle im Fels, tief unter der Erde. Doch die neuen Herren der Welt haben die Rechnung ohne Grady gemacht.

Daniel Suarez gehört ja schon eine Weile mit Daemon zu meinen Lieblingen. In seinem neuen Roman erzählt er nun eine Geschichte, die sich zuerst mal ziemlich haarsträubend anhört, bei genauerem hinsehen jedoch durchaus Stoff zum Nachdenken liefert: was passiert eigentlich, wenn eine Bundesbehörde die Macht, die sie ja eigentlich im Namen des Volkes bzw. der Regierung ausüben sollte, anfängt, sich jeglicher Kontrolle zu entziehen und ihre ganz eigenen Ziele verfolgt?

Unwillkürlich fallen mir da einige Behörden ein, die zwar nicht so glamourös sind wie die von Suarez erfundene, aber ein durchaus ein vergleichbares Macht- und Erpressungspotential hätten, um sich in ähnlicher Weise zu verselbstständigen und Kritikern/Kontrolleuren mehr als nur Schwierigkeiten zu bereiten, falls diese versuchen sollten deren Machtbasis zu beschneiden.

Es ist Daniel Suarez also wieder gelungen, einen atemlos spannenden Thriller zu schreiben, der durchaus einigen Stoff zum Nachdenken (und sich gruseln) liefert.

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Bild 222
M. Sean Coleman: Netwars - Der Code

Scott Mitchell ist ein ehemaliger Hacker. Inzwischen durchstreift er als Strider das Deep Web - jene Seiten des Netzes, die in keiner Suchmaschine verzeichnet sind. Ein Ort, wo alles käuflich ist: Drogen, Pornografie, Waffen - sogar Mord. Jeder kann das Angebot nutzen. Ungestraft. Solange man nicht gegen den Code verstößt, denn sonst hat man ein Problem. Man landet auf Striders Todesliste. Und Strider kann alles so manipulieren, dass Menschen dadurch zu Tode kommen: ein Flugzeug, ein Auto, sogar einen Herzschrittmacher ...

Endlich mal wieder Lesefutter: schnell, spannend und sehr fesselnd. Und keine Angst, dieser Thriller ist nicht übertrieben techniklastig, er spielt hauptsächlich in der realen Welt und hat genügend Explosonien, Verfolgungsjagden und Razzien, um auch jemanden mit wenig Ahnung von Computern und Internet blendend zu unterhalten.

Nachtrag 2017: Es gibt Fortsetzungen, die nächste habe ich bereits gelesen, und auch die taugt!

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Bild 217
Terry Hayes: Faceless

Ein schäbiges Hotel in New York wird zum Schauplatz eines grausamen Verbrechens: In einer Badewanne voll Säure liegt die entsetzlich entstellte Leiche einer Frau. Es gibt keine Fingerabdrücke, keine DNA-Spuren, keine Hinweise auf den Täter. Da die Polizei im Dunkeln tappt, zieht der leitende Detective einen Spezialisten hinzu - einen Undercover-Agenten des US-Geheimdienstes, der unter dem Codenamen Pilgrim agiert. Und Pilgrim findet tatsächlich eine Spur, die ihn an die türkische Küste und zur toughen wie auch geheimnisvollen Polizistin Leyla führt. Doch nicht nur Leyla scheint etwas zu verbergen. Auch die Ermittlungen nehmen eine zutiefst beunruhigende Wendung, als Pilgrim auf eine terroristische Verschwörung stößt, die das Gesicht der westlichen Welt für immer auslöschen könnte. Um den unsichtbaren Feind hinter den Anschlagsplänen aufzuhalten, muss der Agent einen hochgefährlichen Kampf gegen die Zeit gewinnen - einen Kampf jenseits aller Grenzen von Gut und Böse ...

Ein außerordentlich spannendes, vielschichtiges Buch: sehr weit vom üblichen Strickmuster des "Agent-jagt- Terroristen"-Genres entfernt, enthält es doch alles, was zu so einem Roman gehört. Allerdings macht die Erzählweise den Unterschied, denn die Geschichte wird als Rückblick erzählt, was einerseits einiges Tempo rausnimmt und andererseits viel Raum für spannende Nebenhandlungen läßt. Rundum gelungen!

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Bild 216
Joe R. Lansdale: Das Dickicht

Allein in einer gewalttätigen Welt, muss Jack schnell erwachsen werden, wenn er seine Schwester retten will. Und er braucht dringend Hilfe, die beste, die er kriegen kann. Aber die einzigen Kopfgeldjäger, die zur Verfügung stehen, sind Shorty, der Zwerg, und Eustace, der Sohn eines ehemaligen Sklaven. Zusammen mit Jimmie Sue, einer genauso klugen wie käuflichen Dame, nehmen sie die Verfolgung in eine berüchtigte Gegend auf: das Dickicht. Dort sprudelt aus den ersten windschiefen Bohrtürmen illegal das flüssige Gold, doch Jack ist fest davon überzeugt: Blut ist dicker als Öl.

Das war jetzt schon der zweite Roman von Joe Lansdale, und er hat mir *fast* noch besser gefallen als "Dunkle Gewässer".

Wieder spielt die Geschichte in einer nicht genau festgelegten Zeit, ich vermute mal das frühe 20.Jahrhundert in Texas. Und wieder ist der Protagonist ein halbwüchsiger auf dem Weg zum Erwachsenen.

Es handelt sich also fast noch um einen Western, nur ist so gar nichts von der üblichen Westernromantik vorhanden. Im Gegenteil, es ist eine harte, grausame Welt, durch die sich unser Held seinen Weg bahnen muß.

Lansdale bedient sich einer einfachen, klaren Sprache und bringt die Erzählung schnell voran. Sein Buch ist mit allerlei schrägen, skurilen Typen bevölkert, die einem sehr schnell ans Herz wachsen.

Wunderbare Unterhaltung, spannend und schonungslos erzählt!

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Bild 208
Olen Steinhauer: Die Kairo-Affäre

Ein grandioser Thriller über den ewigen Machtkampf in der arabischen Welt.Ein US-amerikanischer Diplomat wird in einem Budapester Restaurant vor den Augen seiner Frau Sophie erschossen. Ein CIA-Analytiker mit libyschen Wurzeln taucht ab und verschwindet spurlos. Kurz darauf wird ein zweiter Diplomat ermordet, diesmal in Kairo. Der Arabische Frühling wirbelt die Machtverhältnisse in Nordafrika durcheinander und fordert Opfer auf allen Seiten.Sophie vermutet die Drahtzieher des kaltblütigen Mordes an ihrem Mann in Kairo und will sie ausfindig machen. Währenddessen arbeitet man bei der CIA fieberhaft daran, eine außer Kontrolle geratene Operation zu vertuschen. Und Sophie findet sich plötzlich im Auge eines Sturms aus Gewalt und Verrat wieder.Die Kairo-Affäre führt in die paranoide Welt der Geheimdienste, in der Information das wertvollste Gut und Vertrauen die härteste Währung ist. Ein Roman, mit dem Olen Steinhauer seinen Ruf als Meister des temporeichen wie anspruchsvollen Politthrillers untermauert.

Endlich mal wieder ein richtig guter, schlüssiger Spionageroman, der die Zeit des kalten Kriegs überwunden hat und sogar ohne die üblichen Terroristen auskommt, die die "bösen Russen" in diesem Genre seither ersetzt haben. Das Thema ist vielmehr die amerikanische Geopolitik in Zeiten des arabischen Frühlings, alles sehr gekonnt inszeniert und außerordentlich spannend geschrieben. Ein Muß für alle Fans von intelligenten, vielschichtigen Spionagethrillern!
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Bild 207
Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

Ein Kultbuch- im wahrsten Sinne des Wortes: es ist nun seit deutlich über 30 Jahren auf dem Markt, und war in all dieser Zeit auch ständig lieferbar. Nur- wie soll ich es nun beschreiben?

"Ich hoffe, Sie bringen ihren Studenten auch Qualität bei!" - dieser beiläufige Satz löst im Erzähler, einem Uni-Professor, eine ungeahnte Lawine von Denkprozessen und Erkenntnissen aus, an deren Ende er praktisch den Verstand verloren hat und nichtmal mehr nachhause findet, so daß er ein einer Psychiatrischen Klinik landet und lange behandelt wird.

Nun, Jahre später, ist er geheilt und mit seinem Sohn per Motorrad in den Weiten Amerikas unterwegs. Bruchstückhaft fallen ihm einige der Ideen und Ereignisse aus jener Zeit wieder ein, und er umreißt seine damaligen Gedankengänge und Experimente, erzählt sie sich quasi selber, während er auf der Straße ist.

Das ganze ist garniert mir einer gehörigen Dosis Philosphie, sowohl westlicher wie auch östlicher Ausrichtung. Immerhin hat der Autor u.a Philosophie an der University of Minnesota sowie östliche Philosophie an der Hindu-Universität in Benares studiert.

Das Buch steck also voller interessanter Geschichten und Gedanken, und wenn man den Anfangsteil hinter sich hat, in dem jede Menge begrifflicher Grundlagen gelegt werden und der daher eine gewisse Hartnäckigkeit verlangt, wird es richtiggehend spannend. Man sollte es idealerweise so mit Anfang 20 lesen, so wie ich es getan habe, denn es hat zumindest mir geholfen, einige Dinge über die Welt besser zu verstehen und Prioritäten richtig zu setzen. Aber genau das macht es wohl auch zum Kultbuch!

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Bild 204
Wajdi Mouawad: Anima

Ein Mann auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau. Er fand sie, auf brutale Weise ermordet, in seinem Haus in Montréal vor. Die Polizei kann zwar die Identität des Mörders rasch feststellen, ihn aber aus nicht klar fassbaren Gründen nicht verfolgen. So begibt er sich selbst auf die Suche nach dem Schuldigen und auf eine Odyssee, die ihn quer durch Nordamerika führt, von Kanada bis nach Neumexiko - und trifft vor allem auf seine eigene erschütternde Geschichte.

Ein ungeheuer beeindruckendes Buch! Es könnte auch ein ganz normaler Krimi sein, wenn Mouawad nicht zu einem genialen Mittel gegriffen hätte: die Geschichte wird komplett durch die Augen von Tieren gesehen und von ihnen erzählt. Das hat jedoch so überhaupt nichts mit "Glennkill" oder ähnlichen Büchern zu tun, denn die Tiere sind an den Geschehnissen größtenteils nicht beteiligt. Sie sind einfach nur anwesend, wenn irgendwas passiert, der Held z.B. eine Kneipe betritt: dann erzählt uns die Spinne an der Wand, was geschieht und was geredet wird.

Durch diese Erzählposition erfährt der Leser einfach nur, was los ist und erstmal sehr wenig über den inneren Zustand der handelnden Personen. Das erschließt sich erst durch das, was diese von sich aus erzählen. Dadurch kommt die Geschichte sehr schnell voran und entwickelt einen unglaublichen Sog, der einen atemlos immer weiter lesen läßt, bis die ganze erschütternde Geschichte schließlich enthüllt ist, Daß die Erzählsimmen immer nur mit Lateinischen Namen angegeben werden und man zu Anfang oft nicht weiß, um was für ein Tier es sich handelt, trägt nur noch mehr dazu bei.

Um es nochmal ganz deutlich zu sagen: dieses Buch ist alles andere als ein Klamauk oder einer der üblichen Tierkrimis, sondern ein beeindruckendes, vielschichtiges und spannendes literarisches Werk, was man schon allein an den Preisen erkennen kann, die es bereits erhalten hat:

2013 Prix Méditerranée
2013 Prix Littéraire du 2ème roman
2013 Prix Phénix
2013 Prix des Libraires du Québec
2012 Le Grand Prix SGDL Thyde Monnier

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Bild 201
Matt Ruff: Mirage

Das Attentat erschüttert die Vereinigten Arabischen Staaten (VAS) bis ins Mark: Am 9.11.2001 steuern christliche Fundamentalisten zwei Flugzeuge in die Türme des Welthandelszentrums von Bagdad, ein drittes ins arabische Verteidigungsministerium in Riad, während mutige Passagiere das vierte, für Mekka bestimmte in der Wüste zum Absturz bringen. Die wirtschaftliche Supermacht sagt dem Terror daraufhin den Kampf an und besetzt die Ostküste von Amerika - Entwicklungsland und mutmaßliche Heimat der Terroristen. Acht Jahre später neigt sich der Krieg dort seinem Ende zu. Die Terrorgefahr ist allerdings nicht gebannt. Von einem verhafteten Selbstmordattentäter erfahren Mustafa, Samir und Amal, Bundesagenten für Innere Sicherheit, Unglaubliches: In Wahrheit sei Amerika die Großmacht, die arabischen Staaten hingegen rückwärtsgewandte Dritte-Welt-Länder. Die New York Times vom 12.9.2001, die beim Attentäter gefunden wird, scheint dies zu bestätigen. Bald entdecken Mustafa und sein Team, dass auch noch andere von dieser vermeintlichen Parallelwelt wissen und vor nichts zurückschrecken, um die Wahrheit darüber zu verschleiern ...

Wer Matt Ruff kennt, weiß, daß keines seiner Bücher dem anderen gleicht. Auch "Mirage" bestätigt das wieder: ich finde, am treffendsten wäre die Bezeichnung "Thriller". Ein außerordentlich spannendes Buch also, das sehr gekonnt mit einer parallelen Realität spielt, in der die Geschichte anders verlaufen ist als in unserer. Trotzdem sind viele bekannte Namen enthalten, und wer in unserer Realität zu den Bösen gehört, ist auch in dieser neuen kein sympathischerer Mensch: Saddam Hussein, Osama Bin Laden, Donald Rumsfeld usw spielen auch hier tragende Rollen.

Insofern wäre es gut, wenn man als Leser gut informiert und insbesondere bezüglich der diversen Golfkriege und den Attentaten vom 11. September auf dem Laufenden ist, aber unbedingt notwendig erscheint es nicht: ein spannendes, intelligentes Lesevergnügen ist trotzdem garantiert!

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Bild 200
Tom Hillenbrand: Drohnenland

Alles wird überwacht. Alles ist sicher. Doch dann geschieht ein Mord, der alles infrage stellt. Wozu Zeugen vernehmen, wenn all ihre Bewegungen und Gespräche bereits auf einer Festplatte archiviert sind? Warum Tatorte begehen, wenn fliegende Polizeidrohnen bereits alles abfotografiert haben? Als ein Brüsseler Parlamentarier auf einem Feld nahe der Hauptstadt ermordet aufgefunden wird, glaubt Kommissar Aart van der Westerhuizen zunächst, den Fall mithilfe des beinahe allwissenden Europol-Fahndungscomputers und der brillanten Forensikerin Ava Bittmann rasch lösen zu können. Und tatsächlich gibt es verblüffend schnell einen Verdächtigen. Doch dann entdeckt er immer mehr Hinweise darauf, dass die digitale Datenspur manipuliert wurde - und gerät in eine Verschwörung, die ganz Europa in seinen Grundfesten zu erschüttern droht.

Was für ein Thriller! Die europäische Union, einige Jahrzehnte in der Zukunft: die "smarten" Geräte haben das Alltagsleben komplett durchdrungen, die Autos fahren auch ohne Fahrer, Drohnen sind allgegenwärtig, von winzig kleinen bis zu riesen großen, sie überwachen komplett alles, und alles wird zentral gespeichert.

Es sollte also kein Problem sein, jedes, auch noch das allerkleinste Vergehen, innerhalb von Stunden aufzuklären: braucht man doch nur die Aufzeichnungen zurückzuspulen und zu schauen, was eigentlich passiert ist.

Aber wie das halt so ist mit digitalen Daten: wer sich auskennt, kann sie problem- und spurlos manipulieren. Und irgendwer kennt sich aus, wie Kommissar van der Westerhuizen schnell feststellen muß. Schnell kommt er selber in Visier dieser geheimnisvollen Kräfte.....

Eine gar nicht mal so düstere Zukunftsvision, die uns Hillenbrand hier ausmalt. Schnell und locker geschrieben, mit einigem Humor gewürzt, und einfach nur atemlos spannend. Superbuch!

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Dan Simmons: Der Berg

Wir schreiben das Jahr 1924. Auf der Nordostseite des Mount Everest machen sich die beiden englischen Bergsteiger George Mallory und Andrew Irvine auf den Weg zum Gipfel - und verschwinden für immer. Bis heute weiß man nicht, was ihnen geschehen ist. Waren es die Wetterbedingungen? Oder war etwas dort oben bei ihnen auf dem Berg, etwas Tödliches? Mit Der Berg erzählt Bestsellerautor Dan Simmons die packende Geschichte von der Erstbesteigung des Mount Everest.

Mythen und Legenden umranken George Mallorys und Andrew Irvines Versuch, 1924 erstmals den Mount Everest zu bezwingen. Waren die beiden vielleicht doch auf dem Gipfel? Und wenn ja, was ist ihnen beim Abstieg geschehen? Diese Fragen lassen den Bergsteiger Richard Deacon nicht los, und so organisiert er ein Jahr später eine weitere Expedition, um das Schicksal der beiden Verschwundenen aufzuklären - und um den höchsten Berg der Welt zu besteigen. Doch in den dunklen Schluchten und Höhlen des Mount Everest verbergen sich Dinge, die lieber unentdeckt bleiben sollten. Je höher Deacon und seine Kameraden steigen, desto lauter wird das dumpfe Heulen, das aus dem Schnee kommt . . . Mit Der Berg stellt Dan Simmons - wie in seinem Bestseller Terror - eindrucksvoll unter Beweis, dass in den großen Entdeckergeschichten der Menschheit noch unzählige Rätsel lauern. Simmons macht aus historischen Ereignissen ein faszinierendes Leseabenteuer.



Was soll ich zum Klappentext noch groß hinzufügen, außer, daß Simmons mal wieder einen fazinierenden, spannenden und kenntnisreichen Historischen Roman vorgelegt hat? Dankenswerter Weise verzichtet er dieses mal auf den leichtenen Fantasy-Touch, an dem man sich bei "Terror" noch stören konnte (wenn man es nun unbedingt darauf anlegt....), und packt auch diesen Roman voll mit Fakten und bekannten Tatsachen, zwischen denen er seine erzählerischen Fäden spinnt und uns von Dingen erzählt, die man eben nicht wissen kann, die aber dazu passen und eine atemlos spannende Geschichte ergeben.

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Stefan aus dem Siepen: Der Riese

Mit siebzehn misst er 2,06 Meter, bald sind es 20 Zentimeter mehr, mit 2,39 Meter wird Tilman Wölzinger zum größten Mann Deutschlands. Und niemand kann sein Wachstum stoppen. Dachdecker hätte er werden sollen, den Betrieb der Eltern übernehmen, doch ist er zu groß für ein normales Leben. Er verliert seine Freundin, baut sich eine Blockhütte im Garten der Eltern. Tilmans Beruf wird es, Riese zu sein, den Medien seine Kuriosität zu verkaufen. Doch er wächst nicht nur, er steigert sich und beginnt Literatur zu lesen, Klavier zu spielen. Sein Leben aber ist bedroht - wächst er immer weiter, so wird sein Herz versagen. Mit zarter Ironie erzählt Stefan aus dem Siepen vom erstaunlichen Lebensweg eines zeitgenössischen Riesen.

Ein tolle Geschichte, die sich locker lesen läßt und bei aller Tragik nie weinerlich wird. "Zarte Ironie", wie es der Klappentext nennt, trifft sie Sache wirklich auf den Punkt. Und weil ein ganzes Leben auf nur 200 Seiten erzählt wird, geht es in dem Buch auch flott voran und man kann Tilman nur bewundern, wie er mit seinem Schicksal umgeht und immer das Beste aus sich macht, auch wenn er mir den Optionen die er schließlich wählen muß, nicht immer glücklich ist und sie gerne vermieden hätte.

Wunderbare Untergaltung mit Tiefgang!

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Jan Guillou: Die Brückenbauer

Packend, atmosphärisch, farbenprächtig - das große Jahrhundertabenteuer

Als ihr Vater vom Fischfang nicht zurückkehrt, werden Lauritz, Oscar und Sverre zu Halbwaisen. Sie sind noch Kinder, trotzdem schickt ihre Mutter sie zu einer Lehre fort in die Stadt. Die drei Jungen nehmen ihr Schicksal klaglos an. Mehr noch. Begierig und gelehrig saugen sie das Wissen in sich auf. Zwanzig Jahre später beenden sie ihr Studium mit Auszeichnung. Aus den drei Fischerjungen sind die besten Brückenbauer des Landes geworden. Doch nur einer scheint seine Bestimmung zu finden.

Endlich mal wieder ein richtig packender, spannender Historischer Roman. der sogar "männertauglich" ist!

Die Lebensgeschichte der Brüder spielt sich vor dem Hintergrund des deutschen Kaiserreichs bis hin zum 1. Weltkrieg ab und erzählt vieles von der Ereignissen in Deutsch-Südwest, wo einer der Brüder im Dienst der Armee gelandet ist, sowie vom Bau der berühmten Eisenbahnlinie in den Norden Norwegens, bei der der andere sich als glänzender Ingenieur hervortut. Der dritte Bruder verschwindet früh aus der Geschichte, sein Schicksal wird im 2. Band erzählt.

Ein runder und spannender Roman vor einem interessanten Zeithintergrund, der hier endlich mal wieder mehr ist als einfach nur Staffage für eine rührselige Geschichte.

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Annelie Wendeberg: Teufelsgrinsen. Erster Fall für Anna Kronberg

London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt. Dr. Anton Kronberg, Englands führender Bakteriologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Mann absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde. Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt Kronbergs wahre Identität sofort: eine Frau, die sich als Mann ausgibt, um als Ärztin praktizieren zu können. Im Gegenzug beginnt Anna - sehr zu dessen Verdruss - Holmes' kompliziertes Innenleben zu analysieren. Die beiden ungleichen, doch intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammenraufen, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt ...

Ein historischer Kriminalroman, der das viktorianische England zum Leben erweckt und mit Dialogwitz und einem unglaublichen Ermittler-Duo begeistert - der Auftakt einer neuen Krimireihe um Anna Kronberg und Sherlock Holmes



Ein schöner, kleine Kriminalroman ganz im Geiste der klassischen Sherlock-Holmes-Geschichten. Nicht fürchterlich blutig, nicht übermäßig komplex, einfach nur gute Unterhaltung. Die Originalität bezieht der Roman natürlich aus dem Spannungsfeld zwischen Anna Kronberg und Sherlock Holmes, denn Holmes findet in Anna tatsächlich mal jemanden, der im ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen ist, und kann gar nicht gut damit umgehen. Man kann gespannt sein, wie sich dieses Verhältnis noch entwickeln wird.....

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Bild 187
Michael J. Sullivan: Riyria 1: Der Thron von Melengar

Royce, ein gewiefter Dieb, und sein fast ehrenhafter Partner Hadrian betreiben ein einträgliches Geschäft mit Aufträgen des korrupten Adels. Ihr Diebesbund trägt den Namen »Riyria« und sie leben ziemlich gut dabei. Bis eines Tages ein Unbekannter die beiden anheuert, ein berühmtes Schwert zu stehlen. Was zunächst nach einem ganz gewöhnlichen Job aussieht, stellt sich jedoch als Falle heraus. Sie werden noch in derselben Nacht als Mörder des Königs verhaftet und in den Kerker geworfen. Als sie mit Hilfe der Prinzessin entkommen können, entdecken Royce und Hadrian eine Verschwörung, bei der es um noch viel mehr als nur um den Thron des recht kleinen Königreichs »Melengar« geht.

a haben sie mich mal wieder dran gekriegt: eigentlich lese ich ja keine Fantasy, und vor allem keine Fortsetzungen. Tja. Und jetzt hänge ich an einer neuen Serie, bin hin und weg und der nächste Teil erscheint vermutlich erst 2015.

Nun gut, immerhin hat dieser 1.Teil kein offenes Ende, das Abenteuer ist ausgestanden, und es ist zwar absehbar, daß da noch viel mehr kommt, aber ich hänge wenigstens nicht in der Luft. Wenn der Roman nur nicht so furchtbar spannend, unterhaltsam und witzig wäre, so daß ich am liebsten *sofort* den nächsten Band lesen wollte......

Besonders gut gefällt mir, daß der Roman nicht so pathetisch daherkommt und auch mit verhältnismäßig wenig gezaubert wird. Auch der ironische Tonfall trägt sehr zum Lesevergnügen bei. Wer also schon sämtliche "Game of Thrones"-Bände durch hat, kann hier erstklassigen Trost finden!

Nachtrag am 14.04.2017: Nun sind alle Bücher der Serie erschienen, ich habe sie alle gelesen und ich wurde nicht enttäuscht. Die Serie entwickelt sich wunderbar, sie ist komplex, spannend und voller Intrigen und von daher hat sich meine Vermutung dass es sich hier um adäquaten Lesestoff für "Game of Thrones" - Fans handelt, voll bestätigt! Als einzige Kritik könnte ich anmerken, dass sie noch ein oder zwei weitere Bände vertragen hätte - das Ende gehtdann doch ziemlich schnell über die Bühne, und die Bücher sind ja auch ziemlch dünn im Vergleich mit anderen Titeln des Genres.

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Bild 186
Ursula K. LeGuin: Die linke Hand der Dunkelheit

Endlich! Ursula K. LeGuins wohl bester Roman, früher bekannt unter dem Titel "Winterplanet", ist wieder lieferbar!

Das Leben auf dem Planeten Gethen ist hart, es herrschen Wetterbedingungen ähnlich wie bei uns am Polarkeis. Und die menschlichen Siedler dort sind etwas ganz beonderes: sie sind die meiste Zeit einfach Neutrums, sie haben kein Geschlecht und sind einfach nur Menschen.In monatlichen Abständen kommt es über sie, ohne daß sie einen Einfluß darauf hätten: sie verwandeln sich für wenige Tage entweder in einen Mann oder eben eine Frau. So sind in ihrer Kultur geschlechtsspezifische Machtkämpfe, wie wir sie kennen, nicht möglich. Doch es gibt andere Formen von Macht ...

In diese Welt entsendet nun die sog. Ökumene, eine friedliche, intergalaktische Föderation, einen Abgesandten, um den Palneten in ihr Handelsnetz zu intergrieren. Diese Abgesandten kommen imm allein, um auch ganz gewiss nicht als Bedrohung angesehen zu werden.

Was nun beginnt, ist auch eine spannende Abenteuergeschichte, denn der Abgesandt wird in Ereignisse verwickelt, die er wegen der besonderen Mentalität der Eingeborenen nur sehr schwer verstehen kann.

Ein tolles Buch, nicht nur für Science-Fiction-Fans, sonder vor allem auch eines, das einen verstehen läßt, was dieses Genre so besonders und spannend macht, bietet es doch unendlich viele Möglichkeiten mit dem "Was wäre wenn" zu spielen und Themen auf eine Art zu behandelen wie es anderen Genres schlechthin unmöglich ist.

Unbedingt lesen!

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Bild 180
Rob Reid: Galaxy Tunes®

Hast du schon GEZahlt, Alien?

Die Menschen sind Versager, das weiß das ganze Universum. Nur die Musik, die auf Erden produziert wird, die ist richtig gut. So gut sogar, dass sich die Aliens der gesamten Galaxis ungeniert die wunderbaren terrestrischen Klänge herunterladen. Der Spaß hat allerdings ein Ende, als Alien-Anthropologen herausfinden, dass es auf der Erde eine merkwürdige Tradition gibt: das Urheberrecht. Nun stehen die Aliens ausgerechnet bei der geistig minderbemittelten Menschheit so tief in der Kreide, dass dieser die komplette Galaxis gehört ...

Tja, die intelligenten Rassen des ganzen Universums sitzen ganz schön in der Tinte. Ihr Ehrenkodex gebietet ihnen, die lokalen Sitten und Gesetze der einzelnen Völker bedingungslos einzuhalten, und nun haben sie einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft. Was liegt also näher, der Menscheit bei der Selbstvernichtung, nun ja, ein wenig zu assistieren?

Das ist jedenfalls die Idee der mächtigsten und reichsten Alien-Gewerkschaft. Doch glücklicherweise kommt nun Nick Carter (*nicht* der ehemalige Backstreet Boy!) ins Spiel, seines Zeichens Anwalt bei der mächtigsten Urheberrechts- und Abmahnkanzlei in New York....

Eine Super-originelle Idee und ein Erzählstil, der durchaus einwenig an "Per Anhalter durch die Galaxis" erinnert, mit vielen Seitenhieben auf unsere realen Verhältnisse. Insofern ein Buch, das auch für Leser geeignet ist, die eigentlich keine Science-Fiction mögen. Gnadenlos witzig und Temporeich!

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Bild 177
Matt Haig: Ich und die Menschen

In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?

Keine Angst, dieser Roman ist ganz sicher keine Science-Fiction, obwohl ein Außerirdischer darin vorkommt. Das dient ehrer dazu, den Menschen einen Spiegel vorzuhalten und ein paar ziemlich grundlegende Fragen aufzuwerfen, und das auf eine umwerfen komische Art und Weise. Nicht zletzt ist es eine Liebesgeschichte.

Er ist zu allererst äußerst amüsant und unterhaltsam, kommt doch unser Alien in allerlei peinliche und komische Situationen und versteht lange nicht, *warum* sich Menschen *wie* benehmen.

Bestes Lesefutter!

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Bild 176
Eoin Colfer: Der Quantenzauberer

Die Artemis-Fowl-Bücher von Eoin Colfer sind ja schon lange bekannt und berühmt, und obwohl ich sie nicht so übermäßig gemocht habe, gab ich dem Autor eine neue Chance und muß sagen: ich habe es nicht bereut!

Der Auftakt zu dieser neuen Serie hat alles, was ein fesselndes Buch braucht und nicht auch nicht "nur" ein Jugendbuch. Die Geschichte ist schnell umrissen:

Die FBI-Junior-Agentin Chevie Savano wurde nach London geschickt, um im Auftrag von WARP eine merkwürdige alte Metallkapsel zu bewachen. Das war vor neun Monaten. Und seitdem sitzt sie vor dem Ding und wartet darauf, dass irgendjemand oder etwas da rauskommt. Als ein Wandspiegel mit einem Knall zerplatzt, die Deckenleuchten anfangen zu flackern und draußen eine Straßenlaterne nach der anderen explodiert, ist Chevie sofort klar, dass die Kapsel im Keller aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Mit vorgehaltener Waffe stürmt sie die Treppe herunter und findet ... einen 14-jährigen Jungen, der aussieht, als wäre er soeben aus einem Buch von Charles Dickens gefallen.

Und schon nimmt eine temporeiche, originelle und manchemal auch witzige Geschichte ihren Lauf. Dieser 1. Band ist ganz ordenlich in sich geschlossen, Colfer macht zwar klar, daß es weitergeht, aber er läßt einen nicht mit einem völlig offenen Ende hängen.

Erstklassige Unterhaltung!

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Bild 175
Robin Sloan: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.

Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra ist ein spannendes literarisches Rätsel und ein inspirierendes und philosophisches Buch voller einzigartiger Charaktere und visionärer Ideen.

Ein köstliches Buch: spannend, geheimnisvoll, ironisch und temporeich. Und das alles, ohne die üblichen Klischees zu bedienen.Es gibt zwar eine Geheimgesellschaft, aber die zieht nicht mordend durch die Lande, das Geheimnis, das gesucht wird, wird nicht "die Welt wie wir sie kennen" zum Einsturz bringen und ernsthafte Verfolgungsjagden und Explosionen gibt es auch keine.

Und trotzdem ist es Beste Unterhaltung. Das meint übrigens auch die FAZ, die den Roman ebenfalls empfiehlt.

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Bild 169
Dana S. Eliott: Taberna Libraria - Die Magische Schriftrolle

Ursprünglich wollten die Freundinnen Silvana und Corrie nur eine ganz normale Buchhandlung eröffnen. Doch der alte Laden, den sie im beschaulichen Woodmoore erstehen, hütet ein Geheimnis: In seinem Keller liegt ein Portal zu einer anderen Welt, in der sich übernatürliche Geschöpfe tummeln und Magie höchst real ist. Und so sind körperlose Stimmen und seltsame Buchbestellungen erst der Anfang von einem Abenteuer, bei dem Corrie und Silvana sich den Plänen eines finsteren Magiers entgegenstellen müssen.

Ich bin ja wahrlich kein Fantasy-Fan, so daß entsprechende Romane schon was bieten müssen, um mich zum lesen zu verführen und dann auch noch zu überzeugen. Dieses Buch hat das schon auf den ersten Seiten geschafft.

Es ist jetzt nicht unbedingt die originellste Geschichte die ich je gelesen habe, aber was mich überzeugt ist der lockere, humorvolle Schreibstil und das Tempo. Die Autorinnen (Dana S. Eliott ist das Pseudonym zweier deutscher Autorinnen) bringen die Geschichte schnell voran, spielen gekonnt mit allerlei Klischees des Genres und bringen ihre beiden Hauptpersonen immer wieder in haarsträubende, oft auch komische Situationen. Trotzdem ist es kein Klamaukbuch oder eine Parodie. Ein Hauch Harry Potter liegt durchaus in der Luft!

Wunderbare, leichte Unterhaltung!

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Bild 163
Bernhard Kegel: Das Ölschieferskelett

Den Inhalt bringt der Klappentext sehr schön auf den Punkt:

Der Paläontologe Dr. Helmut Axt, genannt Hackebeil, sucht im Ölschiefer der Grube Messel nach Fossilien. Doch das, was die weltbekannte Fundstätte bei Darmstadt diesmal preisgibt, lässt sein wissenschaftliches Weltbild einstürzen: Es sind die versteinerten Überreste eines Menschen mit Armbanduhr. Durch welches Zeitloch ist der Tote aus unserer Welt in den 50 Millionen Jahre alten Öschiefer geraten? Axt tritt eine Reise an, die ihn viele Millionen Jahre zurück ins Eozän führt - in ein Erdzeitalter, in dem Menschen eigentlich nicht vorkommen dürften. Und doch ist er dort nicht allein.

Das hört sich alles sehr nach Science Fiction an, aber das trifft es nicht: eigentlich hat Kegel als studierter Biologe eher einen Wissenschafts-Thriller geschrieben, inclusive sehr fundierte Infos zum Thema Evolutionsforschung und den Fallgruben Wissenschaftsbetriebs.

Zudem ist das Buch außerordentlich spannend und manchmal sogar fast witzig, z.B. wenn der kleinen Sohn von Dr. Axt ständig mault, weil der nur blöde Urpferde ausgräbt und keine Dinosaurier!

Insgesamt fast schon ein Klassiker, der jetzt jahrelang vergriffen war und nun endlich, endlich wieder lieferbar ist!

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Bild 162
Neal Stephenson: Anathem

Es ist eine seltsam vertraute und doch auch sehr fremde Welt, in die uns Neal Stephenson hier entführt. Die Wissenschaft ist schon seit Jahrtausenden in einer Art von Klöstern organisiert, allerdings ohne deren religiösen Aspekt. Und die "Möche" leben fast völlig autonom und von der Außenwelt abgeschottet in verschiedenen Kasten - manche öffnen ihre Tore einmal im Jahr für 10 Tage, manche alle 10, 100 oder gar nur alle 1000 Jahre. In dieser Abgeschiedenheit betreiben sie reine Wissenschaft, ohne auch nur zu wissen, was in der Welt um sie herum vorgeht und was aus ihren Erkentnissen in der "wirklichen Welt" wird.

In dieser seltsamen Gesellschaft wird nun ein junger "Zehner" in Ereignisse verwickelt, die die uralten Traditionen zu sprengen scheinen, denn sie sind singulär und in dieser Form noch nie eingetreten. Wird die starre, über 3000 Jahre gepflegte Tradition dem gewachsen sein?

Zugegeben: dieser Roman ist mal wieder keine leichte Unterhaltung, vor allem, weil sich die Gesellschaft erst langsam im Zuge der Erzählung erschließt, die "Möche" sich immer wieder in lange philosophische Diskussionen verstricken und die Geschichte sich entsprechend langsam entwickelt. Aber genau das ist es ja, was ich (und offensichtlich auch viele andere) an Stephenson besonders schätzen.

Durch dieses Buch muß man sich erstmal durchkämpfen, Stephenson macht es nicht leicht, einen Einstieg zu finden. Wenn er nicht so einen herrlichen, leicht ironischen Schreibstil hätte und die Ideen, die er entwickelt, nicht so beeindruckend originell wären, wäre das Buch unlesbar. So aber ist es eine Herausforderung, die vielfältig belohnt wird, und zwar vor allem beim zweiten Duchgang. Denn so, wie es eigentlich bei allen seiner Bücher ist, stellt es sich auch hier dar: dieses Buch sollte man nicht nur ein mal lesen, sondern mehrere male, und jedes mal wird es auf seine Art neu und anders sein!

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Bild 161
Alex Capus: Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

Auch bei diesem Buch erspare ich mir die Zusammenfassung, da der Klappentext das alles sehr schön auf den Punkt bringt:

Von drei Helden wider Willen erzählt Alex Capus in seinem neuen Roman: Vom Pazifisten Felix Bloch, der nach 1933 in den USA beim Bau der Atombombe hilft. Von Laura d'Oriano, die Sängerin werden will und als alliierte Spionin in Italien endet. Und von Emile Gilliéron, der mit Schliemann nach Troja reist und zum größten Kunstfälscher aller Zeiten wird. Nur einmal können die drei einander begegnet sein: im November 1924 am Hauptbahnhof Zürich. Doch ihre Wege bleiben auf eigentümliche Weise miteinander verbunden. Capus treibt seinen Erzählstil des faktentreuen Träumens zu neuer Meisterschaft. Heiter und elegant, lakonisch und zart folgt der Erfolgsautor aus der Schweiz den exakt recherchierten Lebensläufen seiner Helden.

Ich bin ja schon lange ein Freund von Alex Capus Büchern und habe so ziemlich alle gelesen, und auch mit seinem neusten Werk hat er mich nicht enttäuscht. Er erzählt tatächlich und wie gewohnt "heiter und elegant, lakonisch und zart" von seinen drei Helden, die sich nie begegnet sind, hält sich genau an die bekannten Fakten und bringt zusätzlich eine menschliche Dimension ins Spiel, von der er nichts wissen kann und die trotzdem stimmig und plausibel ist. Ganz nebenbei erzählt er zudem noch ein wenig Weltgeschichte, wir erfahren vom Aufstieg der Teilchenphysik und von Palast von Knosos, vom Leben in Marseille der 20er Jahre und was einen erklärten Pazifisten dazu brachte zum Bombenbauer zu werden.

Insgesamt wieder ein sehr rundes, unterhaltsames und gescheites Buch, das einfach Spaß macht und einen hinterher ein wenig schlauer zurückläßt. Alex Capus ist nach wie vor ein Autor, den man im Auge behalten sollte!

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Bild 160
Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London

Ein außerordentlich witziges, spannendes Buch! Peter Grant ist ein junger Police Constable in London, als ihm am Ort eines seltsamen Verbrechens ein Geist erscheint - sehr irritierend für den eigentlich sehr rationalen Polizisten. Doch sehr bald muß er erfahren, daß es sogar eine "magische" Sondereinheit gibt, die nur aus einem Mann besteht, der ihn nun als Lehrling anfordert, denn nachdem die Magie in der Stadt seit Jahrzehnten auf dem Rückzug war, häufen sich plötzlich die seltsamen Vorkomnisse, und die 1-Mann-Einheit braucht Verstärkung.

Eine tolle Geschichte mit einem wunderbar schnodderigen Helden mit äußerst losem Mundwerk, der in Machenschaften verwickelt wird, die ihm so gar nicht behagen, kommt er sich doch öfters mal wie Harry Potter vor....

Kleiner Nachtrag: inzwischen sind es schon mehrere Fortsetzungen. Ich habe alle davon gelesen, und muß sagen: einfach toll! Ähnlich den Büchern um Flavia de Luce wird die Serie immer besser, je tiefer man darin eintaucht. Ich verbessere mal mein Urteil von "Super" auf "Genial"!

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Bild 154
Helene Wecker: Golem und Dschinn

New York, 1899: Hier begegnen sich Chava und Ahmad, eine Frau aus Ton und ein Mann aus Feuer, deren Schicksal seit Jahrhunderten unauflöslich miteinander verknüpft ist. Chava ist ein Golem, zum Leben erweckt von einem skrupellosen Rabbi. Sie kann die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen um sich herum spüren. Als ihr Meister stirbt, muss sie sich allein in New York zurechtfinden. Ahmad ist ein Dschinn, der eingeschlossen in einer Kupferflasche auf Umwegen nach Manhattan gelangt. Seine Neugier und seine Leidenschaft sind ihm schon einmal zum Verhängnis geworden. Ihm fällt es schwerer als Chava, sich in das menschliche Leben zu fügen. In einer kalten Winternacht kreuzen sich zufällig die Wege von Chava und Ahmad, von Golem und Dschinn. Sie entdecken ihre Seelenverwandtschaft: In der Welt der Menschen suchen beide nach Liebe und Freundschaft, und ständig schwebt die Gefahr, entdeckt zu werden, über ihnen. Als ein übermächtiger Feind auf den Plan tritt, müssen sie gemeinsam eine schicksalhafte Entscheidung treffen.

Ein wunderbares Buch! Trotz Golem und Dschinn hat es so überhaupt nichts mit Fantasy zu tun, am ehesten könnte man es noch als modernes Märchen oder auch als Fabel bezeichen.

Die Geschichte spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert im New York der Auswanderer, vor allem der polnischen Juden und der syrischen Christen. In diese Welt, die selbst schon vom übrigen Amerika sehr abschottet ist, tauchen nun zwei noch größere Ausenseiter auf: die herrenlose Golem-Frau und der Dschinn ohne Erinnerung. Es entwickelt sich eine sehr spannende, manchmal rührende Geschichte, in deren Verlauf die beiden ihren Platz in der Welt suchen und natürlich auch die Geheimnisse, vor allem die Geschichte des Dschinns, aufgeklärt werden.

Unbedingt lesen, dies ist sicher einer der empfehlenswertesten Belletristiktitel der Saison- ich würde ihn durchaus mit "Schiffbruch mit Tiger" auf eine Stufe stellen!

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Bild 153
Roger Hobbs: Ghostman

Sich unsichtbar zu machen, ist sein tägliches Geschäft. Alles Mögliche verschwinden zu lassen, damit kennt er sich aus. Diesmal geht es um einen misslungenen Überfall auf ein Kasino. Er soll aufräumen, die Spuren beseitigen. Eine Millionen Dollar in bar stehen auf dem Spiel - 48 Stunden hat er Zeit. Und da draußen gibt es jemanden, der es auf seinen Kopf abgesehen hat. Aber auch der wird ihn zuerst einmal finden müssen. Sie nennen ihn schließlich nicht umsonst "Ghostman".

Ein Thriller, der praktisch ohne Polizeiarbeit auskommt - das FBI spielt nur eine Nebenrolle. Die Gangster sind unter sich, und der Ghostman steht zwischen allen Fronten. Und wo diese Fronten verlaufen, muß er natürlich erstmal herausfinden. Da ist jede Menge Tempo garantiert!

Mal wieder ein schöner, runder Thriller mit einer ordentlichen Geschichte, den man einfach so weglesen kann. Perfekte Sommerunterhaltung!

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Bild 148
Franz Hohler: Gleis 4

Eigentlich will Isabelle, die Abteilungsleiterin eines Altersheims, nur zum Flughafen, um einer Freundin in den Urlaub nach Stromboli nachzureisen. Doch dann geschieht etwas, das ihre Pläne und ihr Leben völlig aus den Fugen geraten lässt. Denn der höfliche ältere Herr, der ihr am Bahnhof zum Flughafen anbietet, ihren Koffer die Treppe zu den Gleisen hochzutragen, bricht, oben angekommen, plötzlich tot zusammen. Isabelle muss daraufhin ihren Abflug notgedrungen verschieben. Wieder zuhause in ihrer Wohnung angekommen, merkt sie allerdings, dass sie im Grunde gar nicht mehr verreisen möchte. Denn sie fühlt sich dem toten Mann verpflichtet, über den sie gerne mehr erfahren möchte. Überdies hat sie in ihrer Verwirrung am Bahnsteig versehentlich eine Mappe des Verstorbenen mitgenommen, in der sich das Handy des Toten befindet. Und während sie noch überlegt, ob sie das Telefon nicht schnellstens zur Polizei bringen sollte, fängt es plötzlich an zu klingeln ...

Ein wirklich unterhaltsames, leichtes Buch: man ist sofort mittendrin in der Geschichte. Sie entwickelt sich schnell und hat eine richtiggehende Sogwirkung, obwohl es nur um die "kleinen", menschlichen Dinge geht, die das sich abzeichnente Drama ausmachen, nicht um große Verschwörungen oder finstere Machenschaften von Banken oder Industrie.

Eine runde Geschichte

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Bild 146
Martin Baltscheit: Der Sonnenwecker

Der Klappentext erklärt es durchaus treffend:
Wie gewohnt versteht es Martin Baltscheit, das Thema Eitelkeit mit Witz und Humor und ohne Moralin darzustellen. Die Illustrationen von Christoph Mett sind herrlich schräg.

»Gib acht, mein Sohn«, sagt der große Hahn zum kleinen Hahn, »ich gehe und wecke die Sonne.« Damit steigt er auf den Misthaufen und lässt sein gewaltiges Krähen ertönen - wie jeden Tag. Eines Morgens aber kräht der alte Hahn nicht mehr... Jetzt ist der Sohn dran. Der steigt siegesgewiss auf den hohen Misthaufen und weckt mit seinem Krähen die Sonne, die tatsächlich aufgeht! Zufrieden und eitel stolziert er auf dem Bauernhof herum. Doch dann erklärt ihm Huhn Hedi ein wenig die Naturgesetze. Beleidigt streikt er und kräht einfach mal um Mitternacht, was ihm natürlich richtig Ärger einbringt. Er ist tief gekränkt und kräht nun gar nicht mehr. Auf dem Bauernhof herrscht das Chaos, bis der Bauer dem kleinen Hahn klar macht, dass ohne sein morgendliches Krähen nichts, aber auch wirklich gar nichts läuft.

Eines dieser tollen Bilderbücher, die den Erwachsenen fast noch mehr Spaß machen als den Kindern! Toll gezeichnet und witzig: so sollen Bilderbücher sein!

Einer meiner Lieblinge.

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Bild 140
Wagner, Christoph: Der Klang der Revolte

Die "magischen Jahren" von 1967 bis 1973, die Zeit der Revolte, der Grenzüberschreitung und der radikalen Abkehr von allem, was vorher war - darüber wurde nun schon wahrlich viel geschreiben. Nicht immer ohne romantische Verklärung, muß man sagen.

Christoph Wagner liefert nun eine sehr konzentrierte Historie dieser spannenden Zeit, in der vor allem die Entwicklung in der deutschen Musikszene im Mittelpunkt steht, denn Deutschland war spezieller als etwa England oder USA: da Jazz im dritten Reich offizell nicht existierte, mußte sich die Szene nach dem Krieg erstmal "erfinden" und etablieren. Zudem gab es durch die Gesetzeslage keine professionellen Manager, die Plattenfirmen waren nicht auf eine eigenständige Musikszene eingestellt, die Tonstudios und vor allem die Toningenieure konnten so gar nichts mit den neuen Tönen anfangen, die etwa Jimi Hendrix über den Kanal schickte, die Konzertveranstalter hatten keinerlei Verständnis oder Zugang zu dem, was da plötzlich am Horizont erschien.

In diesem Klima brachen nun plötzlich eine Menge Musiker auf, Neuland zu erkunden. Den Anfang machten die Jazzer, die sich ab den frühen 60ern die neue Freiheitsgrade, die der im amerikanischen Freejazz eröffnet hatte, zunutze machten und -vielleicht typisch deutsch- noch wesentlich radikaler und wilder alle althergebrachten musikalischen Traditionen zerschlugen.

In der deutschen E-Musik waren ebenfalls schon seit den 50ern einige Pioniere aktiv, die gerade auf dem Gebiet der Elektronischen Instrumente viel geleistet hatten, und deren Schüler und Bewunderer nun selbst anfingen, die als elitär und schwierig angesehenen Theorien und Arbeitsweisen etwa eine Karlheinz Stockhausen in die Popolärkultur zu übernahmen.

Spannende Zeiten also. Christoph Wagner stellt in Schwerpunktkapiteln die verschiedenen Aspekte sehr klar und übersichtlich dar, mit vielen Originalzitaten, Interviews und Bildern illustriert er den Zeitgeist und macht Zusammenhänge deutlich. Natürlich werden die wichtigsten "Krautrockbands" ausführlich "abgearbeitet", wobei das Schwergewicht eher auf den echten Pionieren und Erneuerern liegt als auf den angloamerikanisch orientierten Bands. Ausführliche Kapitel gibt es zur Festival-Bewegung, die mit "Umsonst-und-draußen"- Veranstaltungen riesige Besuchermassen anzog, und auch das berühmt-berüchtigte "stürmen" von Konzerten wird gewürdigt.

Insgesamt ein sehr "rundes" Buch, das schön herausarbeitet, daß die ende-60er bis mitte 70er-Jahre tatsächlich eine besondere Zeit waren, in der viel zerschlagen, viel ausprobiert und auch viel begründet wurde, was einem heute als selbstverständlich scheint.Wer findig genug ist, sollte sich zur Vertiefung noch auf die Suche nach der ausgezeichneten 6-stündigen WDR Krautrock-Dokumentation "Kraut und Rüben" aus dem Jahr 2006 machen, die eine absolut perfekte Ergänzung zu dem vorliegenden Buch darstellt.

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Bild 138
Hallgrímur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen

Dem Mafia-Auftragskiller Toxic aus New York ist ein Missgeschick passier: ohne es zu wissen, hat er einen FBI-Beamten umgebracht, und somit hat er ein Problem, denn das wird weder in seiner Organisation noch bei der Polizei gern gesehen.

Er tut also gut daran, schnell zu verschwinden. Auf dem Flughafen sucht er sich einen allein reisenden Mann, der ihm ähnlich genug ist, lockt ihn an einen verschwiegenen Ort und bringt ihn um, um an seiner Stelle einen Flug anzutreten. Dummerweise stellt sich heraus, daß der Mann ausgerechnet ein Fernsehprediger war, der sich auf Einladung eines dortigen Kollegen auf den Weg nach Island gemacht hatte. Da kann Toxic jetzt nichts mehr machen, also steigt er in Island aus dem Flugzeug und tut so, als wäre er ein Fernsehpfarrer. Und natürlich verliebt er sich auch noch in die Tochter seines Gastgebers....

Das hört sich nun alles nach einem großen Klamauk und Verwirrspiel an, aber das trifft in keiner Weise zu. Im Gegenteil wird hier eine ziemlich ruhige Geschichte erzählt, in deren Mittelpunkt vor allem die allmähliche Wandlung Toxics steht. Je mehr er zu seinem New Yorker Leben Abstand gewinnt, desto mehr stellt er es auch in Frage, bis es dann zum finalen Showdown kommt, als plötzlich Kollegen aus New York auftauchen.

Der Roman hat mir wirklich sehr gut gefallen, natürlich hat er auch seine skurilen Elemente, aber insgesamt ist es eine recht ruhige aber trotzdem spannende Geschichte, die auch noch ein wenig Tiefgang zu bieten hat.

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Bild 135
Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer

Eine Geschichte, die in wohl in der 30er Jahren im Tiefsen Süden der USA spielt: die Menschen sind arm, ungebildet, die Polizei korrupt und uninteressiert, häusliche Gewalt an der Tagesordnung.

In dieser Welt wachsen Sue Ellen und ihre Freunde Terry und Jinx auf. Sie sind alle ungefähr 16, und jeder hat sein Päckchen zu tragen: Sue Ellen ist einfach nur eigensinnig und dickköpfig und weigert sich, sich ihrem Stiefvater unterzuordnen. Jinx ist schwarz, und Terry als homosexuell verrufen.

Keiner von ihnen hat es also leicht. Eines Tages wird ihre Freundin May Lynn (das schönste Mädchen am Fluß) offensichtlich ermordet aufgefunden und der örtliche Polizist kommentiert einfach nur "Das werden wohl Landstreicher gewesen sein". Er ermittelt erst gar nicht und läßt die Tote einfach in einem Armengrab verscharrt. Nun haben die Freunde endgültig genug.

Sue Ellen hatte immer davon geträumt, nach Hollywood zu gehen, und als die Freunde nun in ihrem Tagebuch entdecken, daß sie wußte, wo ihr verstorbener Bruder die Beute aus einem Banküberfall versteckt hatte, graben sie diese aus und beschließen, zumindest ihre Aschen nach Hollywood zu bringen und sich bei dieser Gelegenheit natürlich auch endgültig von ihrer Heimat zu verabschieden.

Sie klauen ein Floß und fahren den Fluß hinunter. Inzwischen hat sich ihnen auch noch Sue Ellens Mutter angeschlossen, die jahrelang süchtig nach einem obskuren "Allheilmittel" war, das im wesentlichen aus Alkohol und Laudanum besteht, und die nun einen kalten Entzug durchmacht. Und natürlich werden sie verfolgt....

Dieses Buch ist kein Krimi. Es werden zwar ettliche Menschen umgebracht, aber eigentlich stört das niemanden wirklich. Es geht viel mehr um die Entwicklung, die die Hauptpersonen durchmachen. Alles ist aus der Sicht der 16jährigen Sue Ellen erzählt, die sich einer lakonischen, fast witzigen knappen Sprache bedient. Daher kommt die Geschichte auch sehr zügig voran un bleibt immer äußerst spannend.

Ein Buch weit abseits der üblichen Krimi-Klischees. Vielleicht hat es mir gerade darum so gut gefallen, ich bin ja sonst nicht gerade der Krimifan. Aber hier passiert auch für meinen Geschmack genug, die Personen sind glaubwürdig und es wird nicht zu viel "psychologisiert". Ein Tolles Buch!

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Bild 130
Vea J. Kaiser: Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam

Eines meiner Lieblingsbücher!

Endlich mal wieder eines dieser "Universalbücher" die so ziemlich für jeden Leser geeignet sind, ob jung oder alt, Mann oder Frau. Von daher vergleiche ich es gerne mit Jonas Jonassons Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, obwohl es natürlich nicht wirklich damit vergleichbar ist.

Immerhin geht es um etwas völlig anderes: Vea Kaiser erzählt uns von einem kleinen, versteckten Bergdorf in den Alpen, dessen ca. 500 Einwohner schon von je her nicht viel mit der Außenwelt im Sinn hatten und lieber für sich geblieben sind. Die Geschichte beginnt in den frühen 60er Jahren mit dem Großvater der späteren Hauptperson, der das unerhörte getan hat: ließ er doch Frau und neugeborene Tochter im Dorf zurück, um in die Hauptstadt zu gehen und dort mit einem erschwindelten Abitur Medizin zu studieren und Jahre später als der erste Dorfarzt in der Geschichte der Siedlung zurückzukehren.

Der größere Teil des Romans ist dem Enkel gewidmet, der eigentlich nicht viel von den "Bergbarbaren" hält und am liebsten so schnell wie möglich in die Hauptstadt verschwinden und die Enge des Bergdorfst hinter sich lassen möchte. Doch dann wird er doch in Ereignisse verwickelt, die in einem Freundschaftspiel des örtlichen Fußballvereins gegen den FC St. Pauli gipfeln.......

Vea Kaiser bringt die Handlung schnell voran und erzählt in einem wunderbar augenzwinkernten, ironischen Tonfall. Daher liest sich das Buch sehr flüssig und bleibt jederzeit spannend, obwohl keinerlei Verbrechen, Geheimnis oder sonsiges darin vorkommt. Das ganz alltägliche Leben, so wie es die schlitzohrigen "Bergbarbaren" leben, reicht allein schon aus, um eine pralle, runde Geschichte daraus zu machen, von dem man sich wünscht, daß sie nie zuende geht.

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Bild 127
Jan-Philipp Sendker: Das Herzenhören

Die Suche nach ihrem vermissten Vater führt Julia Win von New York nach Kalaw, einem malerischen, in den Bergen Burmas versteckten Dorf. Ein vierzig Jahre alter Liebesbrief ihres Vaters an eine unbekannte Frau hat sie an diesen magischen Ort geführt. Hier findet sie nicht nur einen Bruder, von dem sie nichts wusste, sondern stößt auch auf ein Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer verändert.

Das ist für mich ja mal ein ganz und gar untypisches Buch: eine Liebesgeschichte! Aber aufgrund mehrerer glaubwürdiger Empfehlungen habe ich eben mal über den Tellerrand geschaut und siehe da: wirklich ein tolles Buch!

Eine schöne, spannende Geschichte, die vor allem vollkommen unkischig die rührende Lebensgeschichte eines Mannes enthüllt, dem letzdenendes sein Leben gestohlen wurde und der es erst kurz vor seinem Tod wieder zurück erobert hat.

Viel mehr kann ich jetzt nicht dazu sagen, außer: unbedingt lesen!

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Bild 124
Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita

Heute mal wieder ein Klassiker. Die Wikipedia beschreibt den Inhalt ganz treffen:
Der Roman schildert in einer allegorischen und witzigen, satirischen Weise das Leben in Moskau zu dieser Zeit. Viele Kritiker zählen den Roman zu den wichtigsten russischen Erzählungen des 20. Jahrhunderts und halten ihn für eine der besten Satiren der Zeit, gerichtet gegen die starre Bürokratie der leidenschaftlich atheistischen Sowjetunion.

Das zweite Hauptthema des Romans ist mit den menschlichen Werten wie Gut und Böse, Gott und Teufel, Leben und Tod verbunden. Die Erlösung aller Beteiligten, deren freiwilliges Werkzeug auch der Teufel ist, steht hierbei im Mittelpunkt. Einige Kapitel enthalten eine auf historische Glaubwürdigkeit bedachte Erzählung über Pontius Pilatus während der letzten Tage Jesu Christi, der in der Erzählung mit seinem hebräischen Namen Jeschua genannt wird.

Aus beiden Handlungssträngen ergibt sich das dritte Hauptthema: Keine größere Sünde als die Feigheit. Keiner der Moskauer Beteiligten ist wirklich bereit sich der höheren Macht - teils die Staatsmacht, teils die Volands - zu stellen. Auch Pontius Pilatus verzichtet angesichts der Konsequenzen auf die Freilassung Jeschuas.

Ein weiteres Thema des Romans ist das des Künstlers und der Kunst.

Und was soll ich da noch groß erzählen, außer, daß das Buch wirklich sehr lesenswert ist? Es ist witzig, spannend, tiefgründig - was will man mehr! Gerade für Leser, die es eigentlich nicht so sehr mit russischen Autoren haben, ist es eine gute Empfehlung, denn die Handlung kommt gut voran und das Personal ist recht übersichtlich. Ausprobieren!

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Bild 119
David Benioff: Stadt der Diebe

Eigentlich ist es ja eine bedrückende, tragische Geschichte, die im 2. Weltkrieg im von deutschen Truppen belagerten Leningrad spielt. Es ist Winter, die Menschen hungern und es machen Gerüchte über Kanibalismus die Runde. Zwei junge Männer geraten ins Visier der Militärverwaltung, da sie Lebensmittel gestohlen haben und nun hingerichtet werden sollen.

Als der Stadtkommandant beschließt, für die Hochzeit seiner Tochter 2 Dutzend Eier besorgen zu lassen, erhalten die beiden die Chance, der Hinrichtung zu entkommen: sie sollen sich durch die feinlichen Linien schleichen, um die eben diese zu besorgen. Nun gibt es in einem Kriegsgebiet mitten im Winter, wo die Menschen seit Monaten am verhungern sind, nicht eben viele überlebende Hühner, so daß sich das Unternehmen zu einer gewaltigen Irrfahrt entwickelt.

Trotz aller schlimmen Gegebenheiten und grausamen Erreignisse möchte ich dieses Buch einen Schelmenroman nennen. Es ist natürlich nicht lustig, aber es wahrt trotz allem eine Leichtigkeit, die auch durch die Bewunderung für den Überlebenswillen, den Mut und den Scharfsinn der beiden Hauptpersonen getragen wird.

Kurzum ein unterhaltsames, tiefgründiges Buch, das trotz seines schwierigen Themas eben nicht depressiv oder zeigefingerschwingend daherkommt.

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Bild 116
Jarvis, Robin: Dancing Jax - Auftakt

Einige Bücher sind schädlich, sogar gefährlich. Sie verdrehen einem den Kopf und geben den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele Nahrung. Sie sollten verbannt oder vernichtet werden. Diese Geschichte handelt von solch einem Buch. Ich hoffe, es gibt noch genug von euch da draußen, die das hier lesen und mir glauben und sich zur Wehr setzen können - bevor es zu spät ist. Ein altertümlich wirkendes und zunächst harmlos erscheinendes Buch taucht in einer englischen Kleinstadt auf und ergreift Besitz von seinen Lesern. Immer mehr Menschen werden von dem Buch befallen und zu willenlosen Charakteren derGeschichte. Der diabolische Plan des Autors scheint aufzugehen. "Dancing Jax - Auftakt" ist der erste Band einer Trilogie.

Ein außerordentlich spannendes Buch, das ganz schön zur Sache geht! Nichts für schwache Nerven oder sanfte Gemüter, sicherlich eher für Jungs geeignet. Auch das vorläufige Ende ist recht düster, ich bin wirklich gespannt, wie die Geschichte endet. So hat mich jedenfalls schon lange kein Jugendbuch mehr gepackt!

Ein Super Buch für Jugendliche und junge Erwachsene.

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Bild 115
Gerd Schilddorfer: Falsch

Gerd Schilddorfer hatte ich ja schon länger empfohlen mit seinen Büchern, die er zusammen mit David Weiss geschrieben hat. Und nun beweist er, daß er es auch alleine kann: diesmal weniger wienerisch, aber dafür um so spannender und actionreicher. Für den Inhalt zitiere ich mal den Klappentext:

Eine gnadenlose Jagd über die Kontinente und durch die Jahrzehnte. Ein blutiger Überfall im kolumbianischen Dschungel. Drei kodierte Botschaften, von Brieftauben in die Welt getragen. Ein Vermögen als Lohn für die Entschlüsselung der Nachrichten ... Der Abenteurer und Pilot John Finch macht sich in Begleitung der attraktiven Fiona Klausner und einer bunt zusammengewürfelten Truppe auf den Weg nach Europa, um ein spektakuläres Geheimnis aus der Nazizeit zu ergründen. Es beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen übermächtige Gegner.

Und wieder gelingt es Schilddorfer, diesen Plott ganz anders zu erzählen, als man das von den anglo-amerikanischen Autoren gewöhnt ist. Obwohl die Geheimnisse genauso geheimnisvoll, die Bösen genauso böse und die Guten genauso heldenhaft sind wie bei jedem beliebigen anderen Thriller, fühlt sich dieser hier einfach anders an: alles ist ein wenig realistischer und glaubwürdiger.

Kurz und gut: ein erstklassiger Spannungsroman, schön dick, voller guter Ideen und atemlos spannend. So muß ein Thriller sein!

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Bild 112
Brian Falkner: Der Tomorrow Code

Schon wieder so eine Art Endzeitgeschichte, wenn auch eine der etwas anderen Art: Tane und Rebecca, ein junges, sehr engagiertes Paar, erhält seltsame Nachrichten, die offensichtlich aus der Zukunft stammen und angeblich sogar von ihrem zukünftigen Selbst geschickt wurden. Ganz praktisch, wenn man auf diese Art die richtigen Lottozahlen schon vorher weiß!

Aber schnell wird klar, daß es bei weitem nicht einfach um einen Lottogewinn geht, sondern daß eine ungeheure Katastrophe passieren wird, die die Welt bis in ihre Grundfesten erschüttern wird. In einem Forschungslabor vor der Küste wird etwas ganz fürchterlich schief gehen, und nur Tane und Rebecca können es noch verhindern....

Ein origineller, spannender Thriller, den man durchaus auch als Erwachsener lesen kann!

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Bild 111
Neal Stephenson: Error

Endlich, endlich ist er da - der neue Roman von Neal Stephenson! Das ist ja einer meiner absoluten Lieblingsautoren, und ich habe alle seine Bücher schon mehrmals gelesen.

Und nun hat er also einen Action-Thriller geschrieben - sehr ungewöhnlich, und auch die Fangemeinde ist sich uneins, ob er nun was taugt oder nicht. Der Inhalt ist relativ leicht zu erzählen: der Freund der Nichte des Online-Spiele-Millionärs Richard Forthrast, ein begabter Hacker, verkauft gestohlene Kreditkarten-Daten an die Russische Mafia. Nur leider ist zusammen mit den Daten auch einer dieser fiesen Trojaner auf dem USB-Stick, und der infiziert einen wichtigen Rechner eines Mafiaanwalts und verschlüsselt dessen kompletten Inhalt.

Die Russen sind verständlicherweise stinksauer und greifen sich die Nichte zusammen mit ihrem Freund und schaffen sie illegal nach China, als sich herausstellt, daß der Virenautor von dort aus agiert. Und als der Trupp seine Wohnung stürmen, vertun sie sich im Stockwerk und platzen in die Wohnung eines islamistischen Top-Terroristen, der gerade einen Anschlag auf eine internationale Konferenz in der Stadt vorbereitet - der somit natürlich ebenfalls in die Binsen geht, was nun wieder die Terroristen sauer macht.

Und so geht es weiter, der ganze Roman besteht größtenteils aus Actionszenen und Verfolgungsjagden, aber halt in Stephenson-Manier. Was bedeutet, daß die Geschichte eben nicht platt ist, sondern die Personen liebevoll und glaubhaft gezeichent sind und er immer diese augenzwinkernte, fast ironische Distanz zur Story aufrecht erhält. Wie immer ist er fernab von jeder Schwarz-Weiß-Malerei, selbst der böse Terrorist ist einem an manchen Stellen fast sympathisch, andere Figuren wandeln ihre Rolle im fortgang des Romans von böse zu gut und so weiter.

Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen, wenn er auch die Komplexität und Verworrenheit seiner Vorgänger leider vermissen läßt. Dafür kann ich das Buch jedem, der Schätzings "Limit" gemocht hat, sehr ans Herz legen.

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Bild 110
Matthew Quirk: Die 500

Den Inhalt des Buches lasse ich mal wieder vom Verlag zusammenfassen, der Klappentext trifft die Sache ganz gut:

Mike Ford hat seine kriminelle Jugend hinter sich gelassen und es bis nach Harvard geschafft. Neben dem Jurastudium arbeitet er jede freie Minute in einer Bar, um seinen Schuldenberg abzutragen. Bis ihn sein Dozent Henry Davies mit viel Geld in seine Beraterfirma lockt: Mikes neuer Boss ist ein Haifisch im politischen Becken von Washington. Zu seinen Klienten gehören die 500 mächtigsten Männer des Landes, und sein Geschäftsmodell besteht darin, jede Leiche im Keller dieser Männer zu kennen, um sie gefügig zu machen und ihren Einfluss zu nutzen. Jede Methode ist ihm recht, und Mike ist sein Mann fürs Grobe. Als der die Machenschaften durchschaut, steckt er schon bis zum Hals im tödlichen Spiel um Macht und Geld. Sein einziger Ausweg besteht darin, Davies' dunkle Geheimnisse aufzudecken und ihn mit den eigenen Waffen zu schlagen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und um den zu gewinnen, muss Mike lügen, stehlen, betrügen und vielleicht sogar töten.

Das erinnert durchaus ein wenig an John Grishams "Firma", auch wenn die Geschichte in der Welt der Politik spielt. Zudem geht es hier in einem deutlich höheren Tempo zur Sache. Insgesamt ein guter Spannungsroman, sicher nicht der Beste, den ich je gelesen habe, aber trotzdem solides, spannendes Lesefutter, nicht allzu durchsichtig und sicherlich mit mehr als einem Körchen Wahrheit gewürzt. Alles in allem eine prima Alternative für alle, denen Grisham so langsam zum Hals raus hängt.

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Bild 106
Lawhead, Stephen R.: Die schimmernden Reiche 01: Die Zeitwanderer

Ley-Linien. Uralte Pfade, die sich schnurgerade von einem mystischen Ort zum anderen ziehen. Nur eine verrückte Theorie? Oder sind es tatsächlich Tore zu anderen Zeiten und Welten? Als der junge Kit Livingstone eines Tages seinem vermeintlich toten Urgroßvater begegnet, schenkt er dessen Erklärungen keinen Glauben. Doch dann verschlägt es Kits Freundin Wilhelmina auf einem dieser Pfade ins Unbekannte, und Kit macht sich auf eine abenteuerliche Suche durch Raum und Zeit.

Schon wieder der Auftakt einer Serie, wo ich doch eigentlich keine Serien mag - jedoch hat mich das Thema und vor allem der Autor dann doch dazu bewogen, es mal zu probieren. Ich habe im lauf der Jahre schon einige Bücher von Stephen R. Lawhead gelesen, und sie haben mir eigentlich immer sehr gut gefallen.

Und so ist es auch hier: eine schöne Geschichte, interessante, glaubwürdige Personen, nicht tierisch ernst und natürlich jede Menge Spannung - einfach perfekt. Die Story ist nicht übertrieben phantastisch und enthält durchaus auch Elemente eines historischen Romans, da weite Teile der Handlung im 17. und 19. Jahrhunderts spielen. Sehr schön der Erzählstrang um die Freundin von Kit Livingstone, die das Prag um 1660 ganz gehörig aufmischt mit ihren doch recht modernen Ansichten und ihrem Wissen.

Prima Unterhaltung!

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Bild 105
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre

Können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Literatur so wichtig genommen wird, dass es eine Spezialpolizei gibt, um sie vor Fälschern zu schützen? Als Geheimagentin Thursday Next ihre neue Stelle in Swindon antritt, ahnt sie schon, daß ihr die größte Herausforderung ihrer Karriere bevorsteht: Niemand anderes als der Erzschurke Acheron Hades hat Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Brontë entführt, um Lösegeld zu erpressen. Eine Katastrophe für England, das mit dem seit 130 Jahren tobenden Krimkrieg schon genug Sorgen hat. Aber Thursday Next ist eine Superagentin: clever und unerschrocken. Und wenn sie wirklich mal in die Klemme gerät, kommt aus dem Nichts ihr von den Chronoguards desertierter, ziemlich anarchistischer Vater, um für ein paar Minuten die Zeit anzuhalten.

Dies ist der Auftakt zu einer ganzen Serie von Romanen um Thursday Next, Ihres Zeichens Agentin bei der Literaur-Polizei. Die Geschichten sind eine aberwitzige Mischung aus "Per Anhalter durch die Galaxis" mit einem gehörigen Schuß Monty Python - man sollte also schon mit beidem etwas anfangen können, wenn man sich für diese Serie entscheidet. Was noch dazu nötig ist, ist eine ordentliche Portion Literaturkenntniss, denn es geht hier natürlich sehr häufig um bekannte Klassiker.

Ist dies alles vorhanden, kann der Spaß losgehen - auch wenn ich bei dieser Serie ebenfalls erst mit dem 2. Buch so richtig Feuer gefangen habe.

Aber auch der erste Band hat es schon in sich: erfahren wir doch, daß Jane Eyre im ursprünglichen Roman von Charlotte Bronte tatsächlich als Missionarin in Indien endete, und daß es erst durch das beherzte Eingreifen von Thursday Next zu dem Ende kommt, das wir heute kennen...

Und noch ein Nachtrag, nachdem ich nun alle Bände durch habe: einfach nur genial, die Geschichte wird immer abgefahrener und schräger, da bleibt kein Auge trocken und kein Klassiker ungeschoren!

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Bild 102
Neil Shubin: Der Fisch in uns

Neil Shubin führt uns auf recht recht fundiert, aber auch unterhaltsam in die Welt der Gene ein. Er beschäftigt sich insbesondere mit den Ähnlichkeiten: man liest ja immer wieder mal, daß 99,5% unserer Gene mit denen der Schimpanmsen übereinstimmt, daß aber die Prozentsätze bei anderen Lebewesen teilweise ebenfalls erstaunlich hoch sind. Wir haben selbst mit Regenwürmern noch einige Gene gemeinsam.

Shubin erzählt nun von verschiedenen Forschungsprojekten und Ergebnissen. Zum Beispiel hat man schon länger herausgefunden, daß die kleinen Knochen im Mittelohr des Menschen von den gleichen Genen geschaffen werden wie bei Fischen die Kiemen. Es kommt nur drauf an, an welchem Punkt der Embryonal-Entwicklung sie "eingeschaltet" werden. Und es gibt noch jede Menge andere Beispiele von identischen Genen, die bei verschiedenen Lebewesen komplett andere Wirkungen entfalten.

Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, gerade füe Laien, das einem auf unterhaltsame Weise klar macht, daß in der Genetik das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist, daß wir im Gegenteil erst ganz am Anfang davon stehen, zu begreifen, was für ein komplexer Mechanismus so ein Genom ist und wie wenig wir über die Abhängkeiten und Wechselwirkungen wissen.

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Bild 97
Alek Popov: Die Hunde fliegen tief

Auch bei diesem Buch nimmt mir der Klappentext schon die Arbeit ab:

Rasant, witzig und verdammt bissig

Vom Hundeausführer zum Millionär, vom Millionär zum Aussteiger: Zwei ungleiche Brüder aus Bulgarien suchen ihr Glück in Amerika. Während Ned, der einstige Tunichtgut, es bis in die Topetagen der Wall Street geschafft hat, beginnt der smarte Neuankömmling Ango sein Leben in den USA als Hundeausführer im Central Park. Doch dann wendet sich das Blatt: Ein unerfreulicher Auftrag lässt Ned an seinem Yuppie-Dasein zweifeln, und Ango gerät in ein perfides Komplott, dessen Drahtzieher die Schoßhunde der Upperclass vernichten wollen. Eine muntere Satire auf Glückssucher im Osten wie im Westen!

Und was soll ich sagen: es simmt! Ein wirklich gelungener, sehr unterhaltsamer Roman, von den beiden Brüdern abwechselnd und spannend erzählt. Gutes Lesefutter!

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